Das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrachs scheint eine eierlegende Wollmilchsau zu sein. Betriebsleiter Ulrich Mergner hält kleine Waldtrittsteine nicht nur für ökologisch und ökonomisch sinnvoller als große Nationalparke. Er behauptet auch, dass kleine Flächenstilllegungen politisch besser durchsetzbar seien als große. Im fünften Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept überprüfe ich diese Behauptung: Faktencheck – Kleine Stilllegungsflächen gut vermittelbar.
Faktencheck: 11,5 % Stilllegungsflächen
Im vierten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach widme ich mich der Frage, wie viel % der Fläche von Betriebsleiter Mergner tatsächlich stillgelegt worden sind. Sind es wirklich 11,5 %, wie Mergner behauptet? Hier geht es zu meinem Artikel: Faktencheck – 11,5 % Stilllegungsflächen.
Peter Wohlleben auf den Nachdenkseiten
Sein Buch „Das geheime Leben der Bäume“ steht nun seit Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste – zur Zeit sogar wieder auf Platz 1. Ohne Wohlleben gäbe es auch diese Webseite nicht: Alles fing an am 21. Juni 2009 mit einer Sendung von Fragen an den Autor. Wohlleben sprach damals eine Stunde lang über sein neues Buch „Naturschutz ohne Natur“. Die Sendung kann man hier nachhören. Wohlleben hat diese seltene Gabe, komplizierte Sachverhalte in einprägsamen Bilder zusammenzufassen.:
„Im Fachjargon nennt sich das freundlich „Waldverjüngung“ oder auch „Waldpflege“. Waldpflege durch das Fällen von Bäumen? Das wäre in etwa so, als würde ein Metzger behaupten, seine Tätigkeit sei als „Tierpflege“ anzusehen.“ ((Unsere grüne Lunge am Limit))
Es gibt einen Grund, warum Wohlleben so frei und offen sprechen kann: Weiterlesen
Zahlen zum Buchen-Export
Einfuhr (blau), Ausfuhr (rot) und Netto-Export (grün) von Laubrohholz in 1.000 m3 ((Zahlen aus den Holzmarktberichten))
Im dritten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach überprüfe ich die Zahlen von Betriebsleiter Mergner zu Holzumsätzen und Holzimporten. Viele Waldschützer werden ähnliche Zahlen schon häufiger in Diskussionen gehört haben. Spätestens wenn Förstern die Argumente ausgehen und sie sich in die Ecke gedrängt fühlen, kommt der Hinweis auf Rumänien: Wenn wir in Deutschland nicht mehr Holz einschlagen, dann fördern wir damit den Raubbau an rumänischen Urwäldern!
Was ist dran an den Zahlen? Herrscht in Deutschland wirklich ein Mangel an Buchenholz? Und wie viel Holz kommt tatsächlich aus Rumänien? Ich habe die Zahlen aus den offiziellen Statistiken zusammengesucht und war selbst überrascht. Hier geht es zu meinem Artikel Faktencheck: Holzimporte.
Zur Kritik des Trittsteinkonzepts
2009 haben die Bayerischen Staatsforsten die eierlegende Wollmilchsau erfunden: Dank des Trittsteinkonzepts ((siehe Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten, S. 4)) werden die Wälder gerade dadurch geschützt, dass man sie nützt: Schützen durch Nützen! ((siehe Beschluss des bayerischen Landtags am 4. Juni 2014)) Spätestens seit 2009 sind Nationalparke in Bayern praktisch überflüssig und man wundert sich eigentlich, warum Forstminister Brunner die bereits existierenden im Bayerischen Wald und Berchtesgaden nicht längst wieder aufgehoben hat. Schließlich sind „großflächige Stilllegungen von Waldflächen“ ((ebd.)) geradezu Gift für den Naturschutz: Mittelspecht, Stachelbart und Eremit fühlen sich erst dann so richtig wohl, wenn direkt nebenan die Motorsägen kreischen. ((siehe Die Stachelbärte sind zurück, In Franken vom 1. November 2015))
Spin-Doctor des Trittsteinkonzepts ist Ulrich Mergner, Forstamtsleiter in Ebrach. In einer Serie von Artikeln werde ich mich in den nächsten Wochen mit dem Trittsteinkonzept und auch mit Ulrich Mergner auseinanderzusetzen: Zur Kritik des Trittsteinkonzepts.
