Das Unkraut entwickelt sich prächtig!

Tobias Hartung ist Förster bei Grün und Gruga Essen. Drei Jahre nach dem Pfingststurm Ela verkündet er freudestrahlend in der WAZ bei der Bestandsaufnahme im Schellenberger Wald: „Der Wald entwickelt sich prächtig!“ Zwei Wochen später möchte ich mich selbst davon überzeugen, „dass sich der Wald fantastisch verjüngt“, und fahre nach Essen-Heisingen, wo Grün und Gruga aufgeforstet hat. „Beim Ahorn haben wir einen Zuwachs von einem Meter pro Jahr.“ Nicht nur beim Ahorn, sondern auch bei Adlerfarn, Brombeere, Brennnessel, Hohlzahn, Klette, Weidenröschen und Fingerhut. Die künstlich gepflanzten jungen Traubeneichen, Winterlinden und Weiß-Tannen ertrinken in einem Meer von Unkraut.

Weiß-Tanne (Pfeil) inmitten von Gemeinem Hohlzahn

Hier geht es zu meinem Bericht mit vielen Hintergrundinformationen zum Thema Unkraut aus forstwirtschaftlicher Sicht: Unkraut auf der Wiederaufforstungsfläche im Schellenberger Wald.

Forstwirtschaft zur Wiederaufforstung im Schellenberger Wald

Liest man forstwirtschaftliche Originalliteratur zum Thema Aufforstung, stellt man überrascht fest, dass das Forstamt von Grün und Gruga im Schellenberger Wald zahlreiche problematische Entscheidungen gefällt hat: So ist z. B. die gepflanzte Traubeneiche sehr empfindlich gegen Spätfröste und bedürfte des Schutzes eines Vorwalds aus robusten Pionierbaumarten. Außerdem benötigt man für die Bepflanzung eines einzigen Hektars mindestens 6.000 Eichen; gepflanzt wurden insgesamt aber nur 4.000 Traubeneichen und Winterlinden.

Informationsschild im Schellenberger Wald

Hier geht es zu meinem Artikel: Forstwirtschaft zur Wiederaufforstung.

Fake Forest Facts von Grün und Gruga Essen

Am 6. Juni 2017 sendete der WDR in der Lokalzeit Ruhr den Beitrag „Drei Jahre nach Ela – Zerstörung immer noch sichtbar“. Darin kommt ausführlich Förster Tobias Hartung von Grün und Gruga Essen zu Wort. Ich halte seine Äußerungen für Fake Forest Facts. Hier geht es zum zweiten Teil meiner Kritik an der Wiederaufforstung im Schellenberger Wald in Essen: Beitrag der Lokalzeit Ruhr vom 6. Juni 2017.

Monty-Python-Truppe im Schellenberger Wald

Vor kurzem habe ich den Schellenberger Wald in Essen wieder besucht, den ich 2014 das letzte Mal gesehen hatte. Damals hatte ich mehrere Artikel über den Pfingststurm Ela und seine Auswirkungen auf die Essener Wälder geschrieben. ((z. B. Pfingststurm Ela im Schellenberger Wald)) Ich hatte mich in der neu gegründeten Bürgerinitiative „Waldschutz Essen“ engagiert und wir hatten uns dafür eingesetzt, die vom Wind umgestürzten Bäume im Wald liegen zu lassen und eine Naturverjüngung zuzulassen. ((siehe WAZ: Initiative will umgekippte Bäume in Essener Wäldern lassen))

Es ist alles anders gekommen. Das Forstamt hat die Windwurfflächen leergeräumt und künstlich kleine Bäumchen gepflanzt, die im Jahr 2017 von meterhohem Unkraut bedrängt und überwuchert werden. Beginnen möchte ich den Artikel über diese bizarre Wiederaufforstung mit der kritischen Analyse eines ebenso bizarren Fernsehbeitrags in der Lokalzeit Ruhr des WDR aus dem Jahr 2016: Wiederaufforstung im Schellenberger Wald.

Neue Kapitel und Fotos zur Wanderung im Buchenurwald

„Der eigenartige Eindruck der gewaltigen Wälder der Karpaten der Waldkarpaten in ihrer Natürlichkeit und Ruhe, nur belebt durch das Rauschen der Bergbäche und des Windes und hie und da unterbrochen durch das ferne Krachen eines zu Boden stürzenden alten Urwaldriesen, bleibt unvergesslich.“
Conrad Roth ((Conrad Roth, Beobachtungen und Aufnahmen in Buchen-Urwäldern der Wald-Karpathen; Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen Band 83, Nummer 1, S. 1-13; zit. n. Brändli, U. -B.; Dowhanytsch J. (Red.) 2003:Urwälder im Zentrum Europas“ Ein Naturführer durch das Karpaten-Biosphärenreservat in der Ukraine. Birmensdorf, Eidgenössische Forschungsanstalt WSL; Rachiw, Karpaten-Biosphärenreservat. Bern, Stuttgart, Wien, S. 3))

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie der Schweizer Forstingenieur Conrad Roth im Jahr 1930. ((zu Roth siehe a. a. O., S. 60)) Meinem Bericht über die Wanderung Welyka Uholka habe ich vier neue Kapitel mit 22 Fotos hinzugefügt. Ein Thema ist der Strukturreichtum des Buchenurwalds und die Strukturarmut der deutschen Buchenwälder. Hier geht es zu den neuen Kapiteln: Wanderung Welyka Uholka – Der Fluss Kamjanyj.

Veröffentlicht unter Uholka