Der Müller-Deal

2014 gab Jörg Müller, einer der führenden Ökologen in Europa, dem SPIEGEL ein lesenswertes Interview. Warnt er darin vor einem Nationalpark Steigerwald? Liest man den Aufsatz „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“ von Ulrich Mergner, könnte man diesen Eindruck gewinnen:

„Das kampagnenmäßige Vorantreiben großflächiger Stilllegungsflächen birgt dagegen die Gefahr der Intensivierung der Waldbewirtschaftung, wie sie von Jörg Müller in einem Artikel des Magazins Der Spiegel skizziert wird.“

Mergner leitet den Forstbetrieb Ebrach und wehrt sich dagegen, „seinen Forst verwildern zu lassen“. Er „kämpft um jeden Baum“, wie es im SPIEGEL-Aufmacher so schön heißt. Lesen Sie den sechsten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept: Faktencheck – Jörg Müller.

Trittsteinkonzept politisch besser durchsetzbar?

Wollmilchsau

Das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrachs scheint eine eierlegende Wollmilchsau zu sein. Betriebsleiter Ulrich Mergner hält kleine Waldtrittsteine nicht nur für ökologisch und ökonomisch sinnvoller als große Nationalparke. Er behauptet auch, dass kleine Flächenstilllegungen politisch besser durchsetzbar seien als große. Im fünften Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept überprüfe ich diese Behauptung: Faktencheck – Kleine Stilllegungsflächen gut vermittelbar.

Peter Wohlleben auf den Nachdenkseiten

Peter Wohlleben bei einer Exkursion in Hümmel

Sein Buch „Das geheime Leben der Bäume“ steht nun seit Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste – zur Zeit sogar wieder auf Platz 1. Ohne Wohlleben gäbe es auch diese Webseite nicht: Alles fing an am 21. Juni 2009 mit einer Sendung von Fragen an den Autor. Wohlleben sprach damals eine Stunde lang über sein neues Buch „Naturschutz ohne Natur“. Die Sendung kann man hier nachhören. Wohlleben hat diese seltene Gabe, komplizierte Sachverhalte in einprägsamen Bilder zusammenzufassen.:

„Im Fachjargon nennt sich das freundlich „Waldverjüngung“ oder auch „Waldpflege“. Waldpflege durch das Fällen von Bäumen? Das wäre in etwa so, als würde ein Metzger behaupten, seine Tätigkeit sei als „Tierpflege“ anzusehen.“ ((Unsere grüne Lunge am Limit))

Es gibt einen Grund, warum Wohlleben so frei und offen sprechen kann: Weiterlesen

Zahlen zum Buchen-Export

Export_BuchenrohholzEinfuhr (blau), Ausfuhr (rot) und Netto-Export (grün) von Laubrohholz in 1.000 m3 ((Zahlen aus den Holzmarktberichten))

Im dritten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach überprüfe ich die Zahlen von Betriebsleiter Mergner zu Holzumsätzen und Holzimporten. Viele Waldschützer werden ähnliche Zahlen schon häufiger in Diskussionen gehört haben. Spätestens wenn Förstern die Argumente ausgehen und sie sich in die Ecke gedrängt fühlen, kommt der Hinweis auf Rumänien: Wenn wir in Deutschland nicht mehr Holz einschlagen, dann fördern wir damit den Raubbau an rumänischen Urwäldern!

Was ist dran an den Zahlen? Herrscht in Deutschland wirklich ein Mangel an Buchenholz? Und wie viel Holz kommt tatsächlich aus Rumänien? Ich habe die Zahlen aus den offiziellen Statistiken zusammengesucht und war selbst überrascht. Hier geht es zu meinem Artikel Faktencheck: Holzimporte.