Peters

Kahlschaege_SchachtenhausRiesenkahlschläge südlich des Schachtenhauses im Erweiterungsteil des NLP Bayerischer Wald (Quelle: BayernAtlas)

Am 30. November 2010 hat Franz Baierl, oberster Waldmanager im NLP Bayerischer Wald, schlechte Nachrichten für den Kommunalen Nationalparkausschuss: „wegen der massiven Käferbekämpfung mit Mensch und Maschine“ gäbe es „immer wieder Beschwerden von Urlaubern„. ((Das große Fressen – Noch nie zuvor wurde im Nationalpark-Erweiterungsgebiet so viel Käferholz eingeschlagen wie im Jahr 2010, Passauer Neue Presse vom 6. Dezember 2010, Hervorhebungen von mir)) Die Lindberger Bürgermeisterin Gerti Menigat, eine seit Jahren entschiedene NLP-Gegnerin, wäscht ihre Hände in Unschuld:

„Auch bei ihr seien immer wieder Beschwerden eingegangen. ‚Diese Briefe waren nicht schön, darin werden oft die Lokalpolitiker für die Situation und den Zustand des Waldes nach der Bekämpfung verantwortlich gemacht. Man sollte den Leuten schon die Wahrheit sagen und ihnen erklären, dass das Liegenlassen der Windwürfe zu dieser Situation geführt hat und nicht den Lokalpolitikern den Schwarzen Peter zuschieben‘, ärgerte sie sich.“ ((ebd))

NLP-Chef Sinner erklärt sich für unzuständig. Weiterlesen

Post von Wenzel

Niedersachsens Umweltminister Wenzel hat mir am Ende doch auf meine Fragen zu den Kahlschlägen im NLP Harz geantwortet. Neben vielem anderen macht sein Brief vor allem eines deutlich: Die Umweltminister sowohl Niedersachsens als auch Sachsen-Anhalts haben zu den Kahlschlägen keine eigene Meinung. Sie übernehmen wortwörtlich die Stellungnahme von NLP-Leiter Andreas Pusch.

 

Kahlschlag am Oberen Gebbertsberg auf Google Maps

Hier geht es zum Brief von Wenzel und zu meinem Kommentar: Antwort von Umweltminister Wenzel vom 8. Mai 2015.

Holzerlöse und Holzeinschlag im NLP Bayerischer Wald

Holzerloes_NLP_Bayerischer_Wald

Die Zahlen zum Holzeinschlag stammen vom bayerischen Umweltministerium, die zum Holzerlös aus den Jahresberichten. Sie stehen immer versteckt ganz hinten in den Berichten im Kapitel „Haushalt“.

Es ist eine schöne Freudsche Fehlleistung, dass ausgerechnet im Jahr 2007 –  dem Jahr, in dem der Holzeinschlag mit 232.134 Fm ein Allzeithoch erreichte – die Zahlen zum Holzerlös im Jahresbericht fehlen. ((siehe Jahresbericht 2007, S. 40))  Nur die Zahl der Gesamteinnahmen von 11,18 Mio. € wird genannt. Zieht man davon geschätzte sonstige Einnahmen von 1 Mio. € ab, kommt man auf 10,18 Mio. € Einnahmen durch Holzverkauf im Jahr 2007.

Die höchsten Holzerlöse wurde im Jahr 2011 erzielt: 12,85 Mio. €. Es war das erste Dienstjahr des neuen Leiters Franz Leibl. Zum Hintergrund siehe: Gfällei – vorprogrammierter Kahlschlag.

Sämtliche Zahlen zum Haushalt des NLPs (Einnahmen, Ausgaben, Personalkosten, Sachkosten, Baukosten) finden Sie in der folgenden PDF-Datei: Haushalt_NLP_BW.pdf.

Sinner

Hubert Weinzierl, damals Vorsitzender des BUND und BN, befürchtete 1996 in einem Brief an Ministerpräsident Stoiber, dass der Erweiterungsteil des NLPs Bayerischer Wald ein „Etikettenschwindel“ werden würde. ((Horst Stern, Unter toten Bäumen wächst neuer Wald, Der Spiegel 31/1996, S. 141))

So ist es dann gekommen. Das sage nicht nur ich, das sagt z. B. auch das Sachgebiet III – Forschung und Naturschutz des NLPs. Natürlich formulieren die Forscher es diplomatischer und nur auf Englisch und nur in sehr exklusiven Fachzeitschriften. Ihre Dissidenz ist diskret: „the new area [is] representing mainly an ordinary commercial forest“ oder „the new part (managed much like commercial forests)“. ((L. Lehnert, C. Bässler, R. Brandl, P. J. Burton, J. Müller, Conservation value of forests attacked by bark beetles: Highest number of indicator species is found in early successional stages, Journal for Nature Conservation 31 (2013), S.99 und 100))

Eberhardsinner

Eine Schlüsselrolle bei der NLP-Erweiterung spielte Eberhard Sinner, der größere Bruder des ehemaligen NLP-Leiters. Ich habe seine damalige Rede vor dem bayerischen Landtag am 10. Juli 1997 ausführlich analysiert. Dabei beleuchte ich auch die Rolle der Protestbewegung gegen die NLP-Erweiterung und die Verwicklung der Bayerischen Staatsforsten in die Protestbewegung.

Es ist ein Politkrimi mit Schurken, Seilschaften, Strippenziehern und sogar einem spielsüchtigen, hochverschuldeten und dazu noch korrupten Landrat, der Selbstmord begeht. Hier geht es zu meinen zwei Berichten:

Artenvielfalt auf belassenen Borkenkäferflächen

Es wird viel über Artenvielfalt und Biodiversität geredet. Ich habe allerdings den Verdacht, dass umso mehr über Artenvielfalt geredet wird, je mehr die Artenkenntnis abnimmt. Können Sie etwa auf Anhieb 10 Arten nennen, die vorzugsweise auf belassenen Borkenkäferflächen leben – also mit Vorliebe auf solchen Flächen herumwuseln, auf denen die toten Fichten einfach stehen- oder liegenbleiben? Kennen Sie etwa den Runzligen Dornbrust-Prachtkäfer?

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Runzliger Dornbrust-Prachtkäfer (Chrysobothris chrysostigma)

Wenn ja, dann brauchen Sie nicht weiter lesen. Wenn nein, dann geht es Ihnen so wie mir. Ich kannte den Runzligen Dornbrust-Prachtkäfer auch nicht. Und auch die meisten der 61 anderen Arten nicht, über die ich Informationen, Fotos und Internetlinks herausgesucht habe. Alle diese 62 Arten profitieren von belassenen Borkenkäferflächen: Käfer, Wanzen, Bienen, Hummeln, Wespen, Vögel und Pilze. Am Ende des Artikels verrate ich Ihnen auch, was das Ganze mit Sigmar Gabriel und „Neues aus der Anstalt“ zu tun hat. Hier geht es zu meinem Artikel: Artenvielfalt auf belassenen Borkenkäferflächen.