Zäune für die Wissenschaft

Panoramafoto des Zauns auf dem Kahlschlag am Wüstebach

„Der Zaun dient dem Tereno-Projekt und ist der Wissenschaft geschuldet.“ (Henning Walter, Aachener Zeitung vom 2.6.2014)

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Mehr Wildnis wagen

Gestern erschien in der Aachener Zeitung ein hochinteressantes Streitgespräch zwischen Herrn Krischer, Vorsitzendem des Fördervereins Nationalpark, und dessen Leiter Herrn Walter. Den Streit moderierte Marlon Gego.

Kahlschlag am Wüstebach mit neugebautem Zaun zum Schutz der Wissenschaft

Erfreulich ist der Sinneswandel des Fördervereins: Stellte man sich im Januar nach dem Plusminus-Fernsehbericht noch demonstrativ hinter die Nationalparkverwaltung (siehe Persilschein für Kahlschläge), so geht Krischer nun deutlich auf Distanz. Aber lesen Sie selbst! Nationalpark Eifel: „Mehr Wildnis wagen!“

Kahlschlag im Dienste des TERENO-Projekts

Hintergrund für Krischers klare Worte („Fundamentalangriff auf den Sinn des Nationalparks“) sind auch Gerüchte und Befürchtungen in der Region: Gerüchteküche um weitere Kahlschläge, Köllnische Rundschau vom 15. April 2014.

Warum Walter bestreitet, dass es sich um einen Wildschutzzaun handelt, erschließt sich mir nicht. Gezäunt wurde eine Fläche von 1,5 ha. Bei meiner Wanderung durch das Wüstebachtal habe ich 2 weitere neue Wildschutzzäune entdeckt, die sicherlich nichts mit dem TERENO-Projekt zu tun haben.

Dr. Aletsee antwortet nicht

Dr. Manfred Aletsee gehört zu den Very Serious People. Er ist Mitglied des Landesvorstands des NABU-NRW, des NABU-Eifelteams und des Wissenschaftlichen Beirats des Nationalparks Eifel. Dort wird er für den NABU am 4. Juni 2014 auf der Fachtagung „Wald in Entwicklung 2.0“ auftreten. Sein Kollege Dr. Eike Lange, Vorsitzender des NABU-Aachen, sitzt in der Nationalpark-Arbeitsgruppe, die die Kahlschläge am Wüstebach abgenickt hat.

Dr. Aletsee hat für die NABU-Homepage eine sonderbare Bilanz zum 10jährigen Bestehen des Nationalparks Eifel gezogen (siehe „NABU gratuliert …„). So hält er die Großkahlschläge im Nationalpark für „naturschutzfachlich sinnvoll“ und fordert, die „FSC-Zertifizierung der Nationalparkwälder … wieder aufzuheben“.

der Wüstebach 9 Monate nach dem „naturschutzfachlich sinnvollen“ Großkahlschlag

 

Deshalb habe ich ihm einen offenen Brief mit 3 Fragen geschrieben. Geantwortet hat Dr. Aletsee nicht. Hier geht es zu meinem Brief: Weiterlesen

Waldentwicklung 2.0 im Nationalpark Eifel

Ich habe den Kahlschlag am Wüstebach im Süden des Nationalparks Eifel besucht und ein Video von 8 Minuten gedreht. Es handelt sich um den Kahlschlag, über den das Fernsehmagazin Plusminus Anfang Januar berichtet hatte. Mit Ausnahme der kleinen Bachaue ist die Fläche pulvertrocken. Auf einem Großteil der Fläche wächst buchstäblich kein Gras mehr. Die wenigen 20-30 cm großen Vogelbeerbäumchen sind total verbissen. Nicht umsonst hat man eine Fläche von 1 ha mit einem 2 m hohen Wildschutzzaun eingezäunt.

 

 

Kahlschläge wie dieser sind der Grund für die Fachtagung „Wald in Entwicklung 2.0“ am 4. Juni 2014 im Nationalpark Eifel.

Kritik der „Online-Abstimmung“ im NP Eifel

Das Forstamt des Nationalparks Eifel führt zur Zeit eine Online-Abstimmung zum Waldumbau durch. Die Teilnehmer werden gefragt, wie es auf den Kahlschlägen in den Bachtälern und auf dem Kermeter weitergehen soll. Denn: Fichte und Douglasie kehren auf den Kahlschlägen zurück.

„Waldumbau“ am Wüstebach in Pafferscheid

Ich stelle Ihnen den Fragebogen im Wortlaut vor und kritisiere ihn dann ausführlich. Der Fragebogen ist plumpe Meinungsmache. Er soll dem Forstamt einen Persilschein für weitere Holzfällungen im Park ausstellen: Meinungsmache durch Online-Abstimmung.