Großkahlschläge am Heimbach im Nationalpark Eifel

Eigentlich wollte ich nicht mehr über Kahlschläge im NP Eifel schreiben. Aber dann bin ich am Samstag auf die 10 ha großen Kahlschläge am Heimbach, einem winzigen Rinnsal ganz im Norden des Kermeters, gestolpert.

Und ich frage mich ernsthaft: Bin ich eigentlich der Einzige, der so etwas zum Erbrechen findet? Weiß vielleicht niemand davon? Schließlich haben die Kahlhiebe abseits der großen Wanderrouten stattgefunden –  unmittelbar an der Nordgrenze des Parks. Und es gibt darüber keine Berichte – weder auf der Homepage des Nationalparks, noch in dessen Jahresberichten, noch in den Zeitungen, noch auf der Homepage des LIFE+-Projekts „Wald Wasser Wildnis„. Nichts. Die Kahlschläge am Heimbach fanden still und heimlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das folgende Panoramafoto ist 5,6 MB groß. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Foto und wählen dann „Link in neuem Fenster öffnen“. Dann öffnet sich das Panorama. Klicken Sie mit der Lupe auf das Bild und scrollen Sie mit den vertikalen und horizontalen Bildlaufleisten in dem Panorama herum:

Heimbach_Panorama_1

 

Ich analysiere die Kahlschläge mit Hilfe des forstwirtschaftlichen Standardlehrbuchs „Waldbau auf ökologischer Grundlage“ von Röhrig, Bartsch und Lüpke. Das Buch selbst ist nicht unproblematisch, denn Förster haben ein sehr spezielles Verständnis von Ökologie. Hier der Link zu meiner Analyse: Kahlschläge am Heimbach.

 

P.S.: Falls es doch irgendwelche Infos über die Kahlschläge am Heimbach im Netz gibt, bitte lassen Sie es mich wissen!

 

Naturwaldzelle Schäferheld – ein 170 Jahre alter Buchenwald

Ich habe einen Bericht über den 170 Jahre alten Buchenwald in der Naturwaldzelle Schäferheld geschrieben. Der Buchenwald, der zu den Juwelen des Nationalparks Eifel zählt, wird seit 40 Jahren nicht mehr bewirtschaftet und steht unter Prozessschutz. Neben Hinweisen zur Geschichte des Waldes und zu seinen Besonderheiten zeige ich Ihnen hochauflösende Panoramafotos und beschreibe mit Hilfe einer Arbeit von Klaus Striepen ausführlich das Problem, dass zu hohe Wildbestände die natürliche Verjüngung des Walds verhindern: Schäferheld in der Eifel

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Gleichzeitig veröffentliche ich eine Arbeit über Totholzkäfer in der Naturwaldzelle Schäferheld. Ich zeige Ihnen Bilder der etwas bekannteren Totholzkäferarten und beschreibe kurz ihre Lebensweise. Außerdem stelle ich Ihnen die absoluten Raritäten vor, die Frank Köhler, einer der führenden Käferexperten Deutschlands, dort gefunden hat. Ich bedanke mich bei den vielen vielen Hobbyfotografen, die so freundlich waren, mir ihre Fotos zur Verfügung zu stellen. Ein herzliches Dankeschön geht an Boris Loboda, Kirill Makarov und Maxim Smirnov aus Russland!

Mycetophagus multipuncta_msMycetophagus multipunctatus, Foto: Maxim Smirnov, Ivánovo, Russland

Und sie bewegt sich doch!

Der FSC hat die Kahlschlagsobergrenze für Waldumbaumaßnahmen auf 1 ha begrenzt. Die Pressemitteilung vom 7. März 2014 können Sie hier herunterladen:

FSC-Richtlinienausschuss legt Höchstgrenze für aktive Umbaumaßnahmen fest

Damit wären 8 ha große Kahlschläge wie der am Wüstebach im Nationalpark Eifel nicht mehr erlaubt. Ein herzlicher Dank geht an Alexa Höber vom NDR für Ihren mutigen Fernsehbeitrag! Und natürlich an Peter Wohlleben! Und last but not least an László Maráz vom Forum Umwelt und Entwicklung und dessen nimmermüde Lobbyarbeit für den Wald!

Auch der von mir für seinen Brief an den NDR so heftig kritisierte Vorsitzende des FSC-Deutschland Dirk Riestenpatt schlägt ganz neue Töne an: „Der Deutsche FSC-Standard steht klar für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft mit Rücksicht auf Menschen und Natur. Für Forstbetriebe und Zertifizierer ergibt sich hieraus die Herausforderung, den Deutschen FSC-Standard nicht nur nach Wort und Komma auslegen, sondern vielmehr auch im Geiste des FSC-Standards zu handeln. Kahlschlag  als Instrument der forstwirtschaftlichen Praxis widerspricht diesem Geist von FSC.“ Und selbst der Vorsitzende der FSC-Wirtschaftskammer Dr. Gerd Loskant stellt klar: „Waldumbau durch großflächigen Kahlschlag ist aus meiner Sicht kein tragfähiges forstliches Konzept.“

Das Ganze ist eine schallende Ohrfeige für das Eifeler Nationalparkforstamt und ebenso für die Kontrollorgane, die die Kahlschläge am Wüstebach abgenickt haben.

 

Professoren zu Kahlschlägen am Wüstebach

Vier Professoren nahmen im Jahr 2006 an der Fachtagung „Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung, Offene Fragen – Leitlinien – Maßnahmen“ teil. Ich habe sie angeschrieben und um eine Stellungnahme zu den Kahlschlägen am Wüstebach gebeten. Zwei von ihnen – Wolfgang Schmidt und Wolfgang Scherzinger – haben mir geantwortet. Ich stelle Ihnen die Antworten auf dieser Seite vor: Professoren zu Kahlschlägen im Wüstebachtal.

Titelseite der Aachener Zeitung

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Marlon Gego, Redakteur der Aachener Zeitung, hat heute einen großen Bericht über die „Holzschlacht“ in den Wäldern Nordrhein-Westfalens veröffentlicht:

Der Aachener Zeitung liegen alle Verträge vor, die das Land 2007 mit Klausner und 5 weiteren Sägewerken abgeschlossen hat (vergleiche Gutachten von Professor Schulte zu den Klausner-Verträgen). In mindestens einem wird der Nationalpark Eifel ausdrücklich als Liefergebiet genannt.

Der im Bericht genannte Leiter der Landesforstverwaltung Franz-Lambert Eisele, der auf einer Autobahnraststätte (sic!) die Klausner-Verträge aushandelte, hat praktischerweise 2006 an der Fachtagung „Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung, Offene Fragen – Leitlinien – Maßnahmen“ teilgenommen. Der Tagungsband zeigt ihn freudestrahlend auf Seite 3 in der vorderen Reihe links.