123 € Bußgeld für Schneelochstieg

Für meine Expeditionen ins Schneeloch im Nationalpark Harz wurde ich von der Verwaltung zu 123 € Bußgeld verdonnert. Lesen Sie hier meinen Bericht zu den rechtlichen Hintergründen: 123 € Bußgeld für Schneelochstieg.

Fichtenforst in der Zerfallsphase am Schneelochstieg

Intelligenter hat es die Bürgerbewegung im Nationalpark Bayerischer Wald angestellt: Gleich eine ganze Hundertschaft hatte am 5. September 2010 vorsätzlich das Recht gebrochen, als sie im Beisein von Presse, Funk und Fernsehen 500 Fichten auf einem Kahlschlag anpflanzte. Nationalparkchef Karl-Friedrich Sinner lies den demonstrativen Rechtsbruch ungestraft. Hier geht es zu meinem Bericht über diesen Schildbürgerstreich: Pflanzaktion der Bürgerbewegung.

Offizielle Zahlen zum Holzeinschlag im Nationalpark Bayerischer Wald

Ministerialrat Josef Seidenschwarz, stellvertretender Leiter des Referats 63 für Schutzgebietssysteme und Natura 2000 im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, war so freundlich, mir heute die amtlichen Zahlen zum Holzeinschlag im Nationalpark Bayerischer Wald mitzuteilen. Die Zahlen reichen von 1995 bis 2013 und sind aufgeschlüsselt nach dem offiziellen Grund für die Fällung: Borkenkäfer, Windwurf, Schneebruch und dem regulärer Holzeinschlag.

Holzeinschlag_1995_2013

Die Zahlen weichen ein klein wenig nach oben oder unten von denjenigen Zahlen ab, die ich selbst mühsam aus den Jahresberichten zusammengesammelt hatte. Um die Zahlen einordnen zu können, lesen Sie bitte meinen Artikel „Tricksen, Tarnen, Täuschen„. Man lasse sich nicht von den vergleichsweise niedrigen Zahlen 2012 und 13 täuschen: Ein Wirbelsturm wie am 13. Juli 2011 ((siehe Gfällei – vorprogrammierter Kahlschlag)) oder ein Orkan wie Kyrill am 18./19. Januar 2007 ((siehe Ultraviolence)) – und im Nationalpark singen wieder die Sägen. ((siehe die Jahre 2001 und 2002))

Die Auskunftsfreudigkeit des Ministerialrats hat Grenzen: Die Protokolle der Nationalparkbeirats sind geheim. Der Beirat tagt nicht öffentlich. ((zur Rolle des Nationalparkbeirats siehe Nationalparkverordnung § 17))

Der BN und die Kahlschläge im Nationalpark Bayerischer Wald

In meinem letzten Aufsatz über 12 Strategien der PR-Arbeit im Nationalpark hatte ich mich über den Bund Naturschutz gewundert: Dessen Vorsitzender Hubert Weiger gehörte 2012 nicht zu den Unterzeichnern eines Offenen Briefs, den namhafte Naturschützer an Umweltminister Huber schrieben. Sie protestierten darin gegen die Kahlschläge im Nationalpark Bayerischer Wald. Ich äußerte den Verdacht, dass die Freundschaft zwischen Hubert Weiger und Karl Friedrich Sinner, dem ehemaligen Leiter des Nationalparks, der Grund sein könnte.

WeigerProf. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BN

Ich habe in den Pressemitteilungen gestöbert, die auf der Homepage des BN zum Thema „Wald“ archiviert sind. Und siehe da: Es gibt doch eine Pressemitteilung, in der der BN offiziell gegen die Kahlschläge protestiert. Sie datiert vom 27. Oktober 2009 und trägt den Titel „Massive Schäden durch Borkenkäferbekämpfung„. Ich möchte dazu folgende vier Dinge anmerken: Weiterlesen

12 Strategien der PR-Arbeit im Nationalpark

Auch am Heiligen Abend bleibe ich unversöhnlich und veröffentliche einen langen Aufsatz über die Meinungsmache im Nationalpark Bayerischer Wald: 12 Strategien der PR-Arbeit im Nationalpark. Mich treibt die Frage um, wie das Ministerium und die Verwaltung den Kahlschlägen im Park ein grünes Mäntelchen umhängen. Dabei analysiere ich auch die Antwort des Umweltministers Huber auf einen offenen Protestbrief mehrerer prominenter Umweltschützer im Jahr 2012.

Naturschutzgebiet Kahle Hardt am Edersee

 

Ich wünsche allen meinen Lesern Frohe Weihnachten! Ausgenommen von meinen Weihnachtswünschen sind die Leser in den Verwaltungen der Nationalparke Eifel, Harz, Jasmund und Bayerischer Wald.

 

Das sonderbare Interview mit Forstminister Josef Miller

In der Nummer 4 der offiziellen Nationalparkzeitschrift „Unser Wilder Wald“ vom Dezember 1998 erscheint ein zwei DIN-A4-Seiten langes Interview mit dem neuen Forstminister Josef Miller. Hans Bibelriether behauptet, sowohl die Fragen als auch die Antworten des Interviews seien von der Nationalparkverwaltung geschrieben worden. Und in der Tat gibt es gute Gründe für seine Behauptung: Das sonderbare Interview mit Forstminister Josef Miller