Prof. Steidle: „wahrscheinlich nicht so ein ganz großes Insektensterben im Wald“

Johannes Steidle ist Professor für Zoologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Am 20.2.2018 hält er einen Vortrag über das Sterben der Insekten.

Darin fällt der skandalöse Satz:

„30% [der Fläche in Deutschland] ist Wald, wo wahrscheinlich nicht so ein ganz großes Insektensterben herrscht.“

Und da ist niemand im Publikum, der sich meldet. Niemand ruft dazwischen. Kein Raunen geht durch den Saal.
Vielleicht liegt es daran, dass Totholzkäfer und Urwaldreliktarten in Deutschland bereits vor Jahrzehnten ausgerottet wurden. Niemand stört sich daran. Siehe Unvollständige Liste der ausgerotteten Urwaldreliktarten im Steigerwald und Warum niemand die Totholzkäfer im Schäferheld kennt.

Stadtwald Lübeck ohne Freizeitakrobaten

Im fünften und letzten Teil der Fragestunde zum Vortrag „Wilde Wälder“ von Knut Sturm und Torsten Welle geht es um sehr unterschiedliche Themen: z. B. das Kalken der Wälder, die Ergebnisse der Koalitionsvereinbarungen und die Betreuung privater Waldbesitzer durch den Lübecker Forstamt. Für mich am interessantesten war, als Knut Sturm darüber erzählte, wie er 2013 die Selbstwerbung („Freizeitakrobaten“) im Stadtwald Lübeck verboten hat und wie die Lübecker Nachrichten damals vergeblich versuchten, gegen ihn Stimmung zu machen.

Hier geht es zum letzten Teil der Fragestunde: Teil 5 – Verbot der Selbstwerber, Kalken von Wäldern, Lübecker Umfrage, Betreuung privater Waldbesitzer

Wer ist Prof. Dr. Jürgen Bauhus?

Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat 15 Mitglieder. Eines der wichtigsten und einflussreichsten Mitglieder scheint Jürgen Bauhus zu sein, Professor für Waldbau an der Universität Freiburg. Er ist z. B. einer der federführenden Autoren des Klimaschutzgutachtens und verteidigt dieses auch gegen die Kritik.

Prof. Dr. Jürgen Bauhus in der Fernsehsendung Faszination Wissen am 11.1.2016

Als ich mich mit dem Streit um das Klimaschutzgutachten des Wissenschaftlichen Beirats beschäftige, kommt mir der Name „Bauhus“ irgendwie bekannt vor. Irgendwann muss ich schon einmal über ihn gestolpert sein. Und dann erinnere ich mich: Bauhus spielte die Hauptrolle in einem Beitrag für die Fernsehsendung Faszination Wissen am 11.1.2016. Der Beitrag ist zum einen sehr ärgerlich, zum anderen aber so unglaublich skurril und grotesk, dass man ihn fast für einen gespielten Witz halten möchte. Er sagt sehr viel über einen der wichtigsten Professoren für Waldbau in Deutschland aus. Hier geht es zu meinem Artikel: Waldbauprofessor Jürgen Bauhus ringelt Fichten.

Alternativer Waldzustandsbericht

Pünktlich zum Tag des Baumes hat die Naturwald-Akademie den Alternativen Waldzustandsbericht veröffentlicht. Den Bericht von Torsten Welle, Knut Sturm und Yvonne Bohr finden Sie hier: Alternativer Waldzustandsbericht – Deutschlands Wäldern geht es schlecht. Auf die Reaktion des Forstwirtschaftlichen Denkkollektivs ((zum Begriff des Forstwirtschaftlichen Denkkollektivs siehe Frede und die Buchen und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv)) bin ich jetzt schon gespannt: Spellmann und Bauhus vom Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik (WBW) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) werden kochen vor Wut! ((siehe die Reaktion des WBW auf die Studie Waldvision))

NWE nützt Naturliebhabern nichts

Vor drei Tagen veröffentlichte ich den Beitrag Ausverkauf im Rumbecker Wald, in dem ich mich über das Umsägen der letzten dicken Buchen im Rumbecker Wald beklagte und sehr drastische Schimpfworte für den Wald verwendete: „Drecksloch“ und „Scheißeimer“.

Vielleicht werden Förster der Niedersächsischen Landesforsten des zuständigen Forstamts Oldendorf oder der Revierförsterei Dobbelstein einwenden:

„Alles dummer Quatsch! Unsinn! Natürlich gibt es dicke und alte Buchen im Rumbecker Wald. Es gibt doch die NWE-Flächen!“

NWE steht für „Natürliche Waldentwicklung“. Auf NWE-Flächen ist die Holznutzung nicht erlaubt. (siehe NWE-NI-Info-Portal) Weiterlesen →