NWE nützt Naturliebhabern nichts

Vor drei Tagen veröffentlichte ich den Beitrag Ausverkauf im Rumbecker Wald, in dem ich mich über das Umsägen der letzten dicken Buchen im Rumbecker Wald beklagte und sehr drastische Schimpfworte für den Wald verwendete: „Drecksloch“ und „Scheißeimer“.

Vielleicht werden Förster der Niedersächsischen Landesforsten des zuständigen Forstamts Oldendorf oder der Revierförsterei Dobbelstein einwenden:

„Alles dummer Quatsch! Unsinn! Natürlich gibt es dicke und alte Buchen im Rumbecker Wald. Es gibt doch die NWE-Flächen!“

NWE steht für „Natürliche Waldentwicklung“. Auf NWE-Flächen ist die Holznutzung nicht erlaubt. (siehe NWE-NI-Info-Portal) Weiterlesen

Gefährdet das Lübecker Modell Arbeitsplätze?

Die Fragestunde zum Vortrag „Wilde Wälder“ von Torsten Welle und Knut Sturm plätschert so vor sich hin, aber dann wird es richtig spannend. Ein Förster aus Würzburg meldet sich zu Wort und fährt schweres Geschütz auf:

„Die großen Forstverwaltungen, die Landesforstverwaltungen, die haben ein anderes Konzept. Da stecken Arbeitsplätze dahinter. Da steckt das Cluster Holz dahinter. Es gibt da eine Reihe von Sachzwängen, wo man dann fragen muss: Naja, wir wägen ab, wollen wir jetzt die Arbeitsplätze erhalten oder wollen wir Vorrat aufbauen? Letztlich wird es immer so sein, dass dann die Politik […] für den Menschen entscheidet und gegen ein Konzept wie dieses, das Sie gerade uns erklärt haben.“

Die Antwort von Knut Sturm finden Sie hier: Teil 4 der Fragestunde – Landesforsten und Arbeitsplätze.

Ausverkauf im Rumbecker Wald

Im März 2018 kauften die beste Ehefrau von allen und ich den Wanderführer Unser Sonntagsausflug von Ingeborg Müller. Das war ein Fehler. Wir übersahen, dass das Buch 10 Jahre alt war. Vermutlich war er schon 2008, im Jahr der 2. Auflage, überholt. 2018 aber stimmte nichts mehr: Der Rumbecker Berg bei Hessisch Oldendorf gilt bei Wanderern sicherlich nicht mehr als „Geheimtipp“. ((Ingeborg Müller, Unser Sonntagsausflug, Hameln 22008, S. 198)) Vermutlich war er das auch nie wegen des Waldes, sondern einzig und allein wegen des Ludwigsturms, früher angeblich „einer der lohnendsten Aussichtstürme der Region“. ((a. a. O., S. 195)) Jetzt war er geschlossen. Und das Wandern wurde nicht „zur Lust“, ((ebd.)) sondern zu einer nicht enden wollenden Qual.

Es gibt nichts Schönes im Rumbecker Wald. Caspar David Friedrich wäre schreiend davon gelaufen. Für derart hässliche Wälder gibt es in der deutschen Sprache kein Schimpfwort: Holzacker? Holzplantage? Holzfabrik? Kunstforst? Försterwald? Das passt alles nicht. Drecksloch? Das kommt der Sache schon näher.

Ausverkauf im Rumbecker Wald


Am besten passt vielleicht ein Schimpfwort aus Ostwestfalen, das eigentlich nicht zitierfähig ist: Scheißeimer. Weiterlesen

Torsten Welle und Knut Sturm zu Holzvorräten

Einer der zentralen Kritikpunkte des Wissenschaftlichen Beirats Waldpolitik (WBW) an der Studie Waldvision sind die hohen Holzvorräte, die das Szenario Waldvision anstrebt.

Deshalb hatte ich Dr. Torsten Welle und Knut Sturm von der Naturwald-Akademie eine E-Mail geschrieben und gefragt, was sie zu dieser Kritik sagen. Die sehr freundliche und sehr informative Antwort finden Sie hier: E-Mail an die Naturwald-Akademie.

Nicht minder interessant ist der Streit um das Klimaschutzgutachten des WBW aus dem Jahr 2016. Hingewiesen wurde ich auf den öffentlich ausgetragenen Konflikt von einem der Beteiligten: Dr. Lutz Fähser. Deutlich wird, dass die Positionen des WBW auch innerhalb der Forstwissenschaft selbst keinesfalls unumstritten sind: Streit um das Klimaschutzgutachten des Wissenschaftlichen Beirats.