6 Unterschiede zwischen Urwald und Wirtschaftswald

Erst vor 2 Monaten ist der wissenschaftlicher Sammelband über Saproxylic Insects erschienen. Darin enthalten ist folgender Aufsatz:

Es geht in diesem Aufsatz nicht nur um den Schutz der Urwälder. Und auch nicht nur um den Schutz der Totholzinsekten. Wenn man den Aufsatz genauer liest, findet man darin auch viele wertvolle Informationen zum Schutz der Wälder im allgemeinen. Leider sind diese in der Öffentlichkeit und auch in Teilen der Umweltschutzbewegung überhaupt nicht bekannt.

Lesen Sie hier den ersten Teil meiner Inhaltsangabe: 6 Unterschiede zwischen Urwald und Wirtschaftswald.

Mein total verrückter Urlaub im Urwald

Normalerweise kritisiere ich in meinen Artikeln immer andere Personen: Förster, Professoren, Politiker. In meinem neuen Artikel ist alles ganz anders; in meinem neuen Artikel kritisiere ich mich. Mich und meinen Urlaub im Buchenurwald Uholka in der Ukraine.

Anlass ist ein neues Buch des italienischen Autors Marco d’Eramo: Die Welt im Selfie – Eine Besichtigung des touristischen Zeitalters. Seine Analysen treffen nicht nur auf die Touristen zu, die hektisch die Sehenswürdigkeiten in Städten abhaken. Sie treffen auch auf mich und meinen Urlaub im Urwald zu: auf meine Wünsche und Sehnsüchte und die verrückten Widersprüche, in die ich mich verwickelt habe. Selten habe ich mich bei einem Buch so ertappt und entlarvt gefühlt.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Urwald all inclusive.

Die Stromschnellen im Buchenurwald von Uholka

Ganz in der Nähe des Hotels Silberparadies gibt es im Urwald Stromschnellen des Flusses Welyka Uholka. Sie sind sehr eindrucksvoll und ich kenne in Deutschland nichts vergleichbares. Ich beschreibe den Wanderweg und zeige hochauflösende Fotos.

Zum Schluss meines Artikels entwerfe ich eine Dystopie und überlege, wie man solche Stromschnellen in Deutschland touristisch ausschlachten würde: Die Stromschnellen von Welyka Uholka.

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Der Buchenurwald Uholka, die Totholzkäfer und ich

Ende Mai ist ein neuer wissenschaftlicher Sammelband über Totholzkäfer erschienen: Saproxylic Insects. Führende Experten aus aller Welt haben Aufsätze beigesteuert. Das 17. Kapitel schreiben Thibault Lachat und Jörg Müller: Die Bedeutung von Urwäldern für die Erhaltung der Totholzinsekten. ((Übersetzung von F.-J. A.; Das Kapitel wurde mir freundlicherweise von Prof. Dr. Müller als PDF-Datei kostenlos zur Verfügung gestellt.)) In diesem vorzüglichen Kapitel lesen wir:

„Die verbliebenen Urwälder dienen [..] als Zuflucht für diejenigen Totholzarten, die in bewirtschafteten Wäldern wegen ihrer hohen ökologischen Bedürfnisse nicht überleben können. In diesem Kapitel beschreiben wir sechs Eigenschaften von Urwäldern, die wichtig für Totholzinsekten sind und die diese Wälder wesentlich von Wirtschaftswäldern unterscheiden; nämlich die Abwesenheit von Habitatfragmentierung, Habitatkontinuität, natürliche Störungen, Totholzmenge und -qualität, Baumartenzusammensetzung und Habitatbäume.“ ((S. 581, Übersetzung von F.-J. A.))

An einer Stelle möchte ich Lachat und Müller widersprechen. Es sind keine „hohen“ Bedürfnisse, die die Insekten haben. Es sind normale Bedürfnisse. Und ich habe ganz ähnliche Bedürfnisse, wenn ich in einen Wald gehe, um mich zu entspannen und zu erholen und mich an seiner Schönheit zu erfreuen. Auch für mich war der Urwald von Uholka eine „Zuflucht“.

Lesen Sie hier das letzte Kapitel meiner Wanderung durch den Buchenurwald von Uholka: Vom Riesenfelsen zurück zur Weggabelung.

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Wie schützt man Urwaldrelikt-Arten?

Von den 20 Urwaldrelikt-Arten des Buchenurwalds von Uholka-Schyrokyj Luh in der Ukraine sind schon 7 in Deutschland ausgestorben. Die übrigen 13 stehen alle auf der Roten Liste. In der Fortsetzung meines Artikels über die Totholzkäfer in Uholka-Schyrokyj Luh widme ich mich ausführlich der Frage, wie man diese 13 vor dem Aussterben bewahren und schützen könnte.Ungleicher Furchenwalzkäfer
Ungleicher Furchenwalzkäfer (Rhysodes sulcatus) – eine der in Deutschland und fast allen europäischen Ländern ausgestorbenen Urwaldrelikt-Arten, die es in Uholka-Schyrokyj Luh noch gibt (Von SigaEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

Dabei stoße ich auf viele Wissenschaftler, die sehr nachdenklich sind und klipp und klar sagen, dass Urwaldrelikt-Arten in bewirtschafteten Wäldern nicht geschützt werden können und Schutzgebiete brauchen: u. v. a. Thibault Lachat, Martin M. Gossner und Jörg Müller. Das wirft ein düsteres Licht darauf, dass in Bayern gerade die Einrichtung eines dritten Nationalparks im Spessart, in dem es noch 13 Urwaldrelikt-Arten ((siehe Heinz Bußler, Hotspot-Gebiete xylobionter Urwaldreliktarten aus dem Reich der Käfer, LWF aktuell 76/210, S. 11)) gibt, gescheitert ist.

Lesen Sie hier: Wie schützt man Urwaldrelikt-Arten?