Ich habe im Lokalkompass zu diesem Informationsschild den folgenden Beitrag verfasst: Ist das Bottroper Umweltamt verrückt geworden?
Verschlechterungsverbot ist ein Papiertiger
Ich glaube, viele Naturschützer überschätzen den Schutz, den FFH-Gebiete bieten, maßlos. Immer wieder kann man lesen: „Wie kann man nur so viele Bäume fällen! Das ist doch ein FFH-Gebiet! Das ist ein Verstoß gegen das Verschlechterungsverbot!“
Ich habe mich durch einen Wust an Vorschriften gewühlt, um herauszubekommen, wie man den „Erhaltungszustand“ eines „Lebensraumtyps“ bestimmt. Bei 2 Beispielen aus dem FFH-Gebiet Köllnischer Wald in Bottrop habe ich selbst einmal den Erhaltungszustand bestimmt. Das Ergebnis ist niederschmetternd! Jörg Wipf, Chef von RVR Ruhr Grün, hat Recht: Das Fällen zahlreicher Altbuchen führt nicht zwingend zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustands.
Noch absurder werden die Ergebnisse, wenn man die FFH-Kriterien auf den zerstörten Brinkmanns-Wald in Bottrop anwendet: Die Buchenwaldruine befindet sich ganz offiziell in einem – dochdoch! – „hervorragenden“ Erhaltungszustand:
Note „A“ für den zertrümmerten Buchenwald im BrinkmannsfeldMeine Analysen finden Sie hier: Wie beurteilt man den Erhaltungszustand eines FFH-Gebiets?
Was Wipf will
Jörg Wipf ist Leitender Verbandsforstdirektor. Er ist Chef von RVR Ruhr Grün. Das ist das Forstamt, das die 14.500 ha Waldflächen des Regionalverbands Ruhr verwaltet. Wipf hat mir einen Brief geschrieben, in dem er auf meine Fragen zum Fällen von Altbuchen im FFH-Gebiet Köllnischer Wald antwortet.
Auf kritische Fragen reagieren Förster häufig sehr verschnupft. Nicht so Wipf: Er antwortet ausführlich, offen und freimütig. Und er schreibt selbst und antwortet binnen 14 Tagen. Auch das ist ungewöhnlich. Er hat überhaupt kein schlechtes Gewissen und nichts zu verbergen. Seine Argumentationsweise ist typisch für moderne Förster. Seine Argumente tauchen bundesweit in vielen offiziellen Stellungnahmen auf. Sein Schreiben eröffnet aufschlussreiche Einblicke in die Denkweise von Förstern.
Meine kritische Analyse finden Sie hier: Was Wipf will.
„Entnahme der standortfremden Baumart Pappel“Verschiedene Briefe und Antworten veröffentlicht
Ich habe endlich einmal diverse Briefe, die ich geschrieben habe, und die Antworten darauf eingescannt und hochgeladen.
Zerstörung des Brinkmanns-Waldes in Bottrop
Im Fall der Zerstörung des Brinkmanns-Waldes in Bottrop gibt es vorläufige Antworten von Wald-und-Holz NRW und dem Regionalforstamt Ruhrgebiet. Das heißt; streng genommen sind es Verweigerungen von Antworten. Siehe:
- Vorläufige Antwort von Herrn Kranz, Justitiariat von Wald-und-Holz-NRW
- Vorläufige Antwort von Reinhart Hassel, Forstamtsleiter des Regionalforstamts Ruhrgebiet
Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad in Bad Eilsen
Briefe schreiben kann hilfreich sein. Nachdem ein Kahlschlag im Buchenwald des FFH-Gebiets Teufelsbad Ende November 2013 bei Anwohnern und der örtlichen Presse für erhebliche Unruhe sorgte, will das Naturschutzamt in Stadthagen nun tatsächlich einen Managementplan für das FFH-Gebiet Teufelsbad aufstellen. Siehe: Antwort von Jochen Beug am 21.3.2014.
Fällen von Altbuchen im FFH-Gebiet Köllnischer Waldes in Bottrop
Der für das Fällen der Altbuchen zuständige Förster Volker Adamiak hat nicht auf den Offenen Brief des BUND geantwortet und die gesetzte Frist verstreichen lassen.
Sein oberster Chef, Jörg Wipf, gibt sich weniger zugeknöpft. Er gibt persönlich und sehr freimütig Auskunft. Siehe: Antwort von Jörg Wipf. Ich werde in den nächsten Tagen mich ausführlich mit dieser hochinteressanten und aufschlussreichen Antwort beschäftigen.
0,25 ha großer Kahlschlag von Pappeln im FFH-Gebiet Köllnischer Wald
Aprilscherz: Förster nicht in Nationalgalerie verhaftet
Große Aufregung gestern am 1. April im Forststützpunkt Heidhof in Bottrop-Kirchhellen: Das Telefon stand nicht still, seit ein Spaßvogel im Internetforum „Wald und Holz“ gepostet hatte, Förster Volker Adamiak sei am Wochenende in der Alten Nationalgalerie Berlin verhaftet worden. Er habe mit einem roten Edding rote Punkte auf das Bild „Der einsame Baum“ von Caspar David Friedrich gemalt und den Baum so zur Fällung ausgezeichnet:
Zur Fällung mit roten Punkten markiert: Caspar David Friedrichs „Der einsame Baum“
Als er von Sicherheitsbeamten festgenommen werden sollte, habe er um sich geschlagen und geschrien: „Der Baum ist nicht verkehrssicher! Der Baum ist nicht verkehrssicher!“
Förster Volker Adamiak war jüngst in die Schlagzeilen geraten, weil er im FFH-Gebiet Köllnischer Wald in Bottrop viele alte Buchen gefällt hatte. Offizielle Begründung: Verkehrssicherung. Der BUND-Bottrop hatte in einem offenen Brief vom 26.2.2014 um eine Stellungnahme gebeten, die Adamiak verweigert hat (siehe die Pressemitteilung von Klaus Lange vom 24.3.2014).

