Ich habe einen weiteren großen Artikel geschrieben, in dem ich mich ausführlich mit Fehlentwicklungen im Nationalpark Harz auseinandersetze: Waldentwicklung als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
Kahlschlag im Süden des Frankenbergs, im Hintergrund rechts der BrockenWaldentwicklung im Nationalpark Harz nicht mehr „sanft“
Meine Kritik am Nationalpark Harz rettet zwar nicht die Fichtenwälder vor weiteren Kahlschlägen, aber immerhin führt sie zu kleinen Änderungen an den Texten auf der Nationalpark-Homepage. Ursprünglich lautete der Text auf der Seite mit dem Titel „Natur schützen: Waldentwicklung im Nationalpark Harz“ folgendermaßen:
„Im Nationalpark überlassen wir den Wald in bereits naturnahen Gebieten einfach sich selbst und vertrauen auf seine Kräfte (Naturdyamikzone). In anderen Bereichen helfen wir ihm sanft auf die Sprünge, halten den Borkenkäfer fern oder fördern den Kreislauf des Lebens aus Werden und Vergehen (Naturentwicklungszone).“ (Hervorhebung von mir)
In meinem Beitrag „Der Nationalpark Harz als Opfer der Förster“ war mir das Wort „sanft“ aufgefallen:
„Das Wort „sanft“ ist gelogen: In Wirklichkeit ist das eine Drohung: „Ich werde Dir gleich auf die Sprünge helfen!“ Fichtenforste werden „entwickelt“, wie ungezogene Gören erzogen werden.“
Nun hat die Nationalparkverwaltung das Wort „sanft“ von der Homepage streichen lassen. Immerhin! An der verrückten Idee, einem Wald „auf die Sprünge zu helfen“, hält man weiterhin fest.
Hier die Links zu Screenshots der betreffenden Homepage:
unsanfte Waldentwicklung im Nationalpark HarzMeinungsmache in der WDR-Lokalzeit-Ruhr
Am 23. Juni 2014 berichtete die Lokalzeit-Ruhr über die Waldschäden durch Pfingststurm „Ela“ in Essen (siehe meinen vorigen Beitrag). Eine Hauptrolle in dem Bericht spielen Franz Knipping vom gleichnamigen Forstunternehmen, Henner Ellerbruch von Grün-und-Gruga und Reinhart Hassel, Leiter des Regionalforstamts Ruhrgebiet.
Ich habe eine kritische Analyse dieses Fernsehberichts geschrieben und werfe den Redakteuren Kuka und Trottmann Hofberichterstattung und Meinungsmache vor: Meinungsmache in der Lokalzeit-Ruhr.
Reinhart Hassel will Essen mit Douglasien aufforsten
Reinhart Hassel, Leiter des Regionalforstamts Ruhrgebiet, in der WDR-Lokalzeit-Ruhr vom 23.6.2014:
„Wir müssen uns überlegen, ob wir … vielleicht auch neue Bäume reinbringen. Das könnte z. B. die Douglasie sein, das kann z. B. die Küstentanne sein, das kann vielleicht auch wieder vermehrt die Roteiche sein, mit der wir allerdings in der Vergangenheit nicht so gute Erfahrungen gemacht haben.“
Pfingststurm Ela im Lührmannwald in Essen
Das folgende Panoramafoto zeigt einen Teil des Lührmannwalds in Essen nach dem Pfingststurm „Ela“. Das hochauflösende Panoramafoto ist 4,3 MB groß. Die Auflösung beträgt 3.375 x 1.200 Pixel. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Foto und wählen dann “Link in neuem Fenster öffnen”. Dann öffnet sich das Panorama. Klicken Sie mit der Lupe auf das Bild, wählen Sie mit F11 die Vollbildansicht und scrollen Sie mit den vertikalen und horizontalen Bildlaufleisten in dem Panorama herum.
Spontan erschrickt man angesichts solcher Fotos: „Das ist ja eine Katastrophe!“ In der Tat wird es eine Katastrophe, wenn ab Herbst hier wie angekündigt die Motorsägen kreischen und das Forstamt von Grün-und-Gruga „aufräumt“. Wenn man aber Natur Natur sein ließe und dem Wald einfach Zeit zur Regeneration gäbe, könnte hier ein Urwald der Zukunft entstehen. Dass das kein Utopie ist, beweist der Urwald vor den Toren der Stadt in Saarbrücken.
Hier geht es zu meiner Dokumentation über den Pfingststurm Ela im Lührmannwald.
