Dubbel gegen Fähser – Vorratsaufbau oder -abbau im Stadtwald Essen?

Im letzten Jahr hat Lutz Fähser, der ehemalige Forstdirektor des Lübecker Stadtwalds, den Essener Stadtwald besucht und anschließend eine Stellungnahme zur Waldwirtschaft verfasst. Er kritisiert darin das Konzept des Erholungsdauerwalds, das maßgeblich von Prof. Dubbel entwickelt worden ist.

Die neue Bürgerinitiative Waldschutz Essen beruft sich ausdrücklich auf Fähser und seine Stellungnahme. Das war der Anlaß für das Forstamt von Grün-und-Gruga, auf seiner Webseite eine Antwort von Prof. Dubbel zu veröffentlichen.

Greenpeace Fähser

 

Ein zentraler Streitpunkt zwischen Dubbel und Fähser ist die Frage, ob der Holzvorrat im Essener Stadtwald auf- oder abgebaut wird. Ich habe mit Hilfe der offiziellen Zahlen aus dem aktuellen Forstbetriebsplan nachgerechnet: Der Vorrat in den Buchenwäldern wird abgebaut. Geplant war sogar, den Holzvorrat auf die Hälfte des Vorrats unbewirtschafteter Wälder zu beschränken. Siehe meine Webseite: Der Teufel im Detail – der Essener Forstbetriebsplan.

Pfingststurm Ela und das Forstamt Essen

“Die Auswirkungen des möglichen Klimawandels bezüglich der Stabilität der Waldbestände (z. B. häufigere Sturmereignisse) … wurden mit der mittelfristigen Forstbetriebsplanung (Forstbetriebswerk) auf dem Stand von Wissenschaft und Forschung besonders berücksichtigt, ” so tönt es noch vollmundig auf Seite 1 im Jahresprogramm 2014 des Forstamts von Grün-und-Gruga in Essen.

Dumm gelaufen!

Panorama Schellenberger WaldKronenabbrüche im Schellenberger Wald nach Pfingststurm Ela

Am Beispiel des Schellenberger Waldes lässt sich exemplarisch aufzeigen, wie ein falsches waldbauliches Konzept Stürmen Tür und Tor öffnet: Pfingststurm Ela verwüstet den Schellenberger Wald.

Streit um den Nationalpark Steigerwald

In Oberfranken rauscht es zur Zeit kräftig im Blätterwald. Der Streit um den Nationalpark Steigerwald wird heftiger. Es begann mit einem bitterbösen Leserbrief von Daniel Steuer, dem stellvertrenden Leiter des Forstamts Ebrach. Darauf antwortete Norbert Panek, einer der führenden Buchenwaldexperten in Deutschland. Und auf Panek reagierte wiederum Ulrich Mergner, Leiter des Forstamts Ebrach.

Ich stelle Ihnen die 3 Leserbriefe im Original vor und mische mich dann meinerseits in die Diskussion ein: Streit zwischen Steuer, Panek und Mergner.

Forstwirtschaft im Steigerwald

Waldentwicklung im Nationalpark Harz nicht mehr „sanft“

Meine Kritik am Nationalpark Harz rettet zwar nicht die Fichtenwälder vor weiteren Kahlschlägen, aber immerhin führt sie zu kleinen Änderungen an den Texten auf der Nationalpark-Homepage. Ursprünglich lautete der Text auf der Seite mit dem Titel „Natur schützen: Waldentwicklung im Nationalpark Harz“ folgendermaßen:

„Im Nationalpark überlassen wir den Wald in bereits naturnahen Gebieten einfach sich selbst und vertrauen auf seine Kräfte (Naturdyamikzone). In anderen Bereichen helfen wir ihm sanft auf die Sprünge, halten den Borkenkäfer fern oder fördern den Kreislauf des Lebens aus Werden und Vergehen (Naturentwicklungszone).“ (Hervorhebung von mir)

In meinem Beitrag „Der Nationalpark Harz als Opfer der Förster“ war mir das Wort „sanft“ aufgefallen:

„Das Wort „sanft“ ist gelogen: In Wirklichkeit ist das eine Drohung: „Ich werde Dir gleich auf die Sprünge helfen!“ Fichtenforste werden „entwickelt“, wie ungezogene Gören erzogen werden.“

Nun hat die Nationalparkverwaltung das Wort „sanft“ von der Homepage streichen lassen. Immerhin! An der verrückten Idee, einem Wald „auf die Sprünge zu helfen“, hält man weiterhin fest.

Hier die Links zu Screenshots der betreffenden Homepage:

unsanfte Waldentwicklung im Nationalpark Harz