Prof. Ammer hat auf meinen offenen Brief geantwortet und ich habe noch einmal nachgefragt: Antwort von Prof. Ammer vom 5. Dezember 2017.
Kategoriearchiv: Politik
Zoff im deutschen Forst
Sehr spät am Montagabend lief im NDR die sehenswerte Dokumentation „Unser Wald – Zoff im deutschen Forst“. Es ging um den Streit zwischen Verfechtern eines Kulturwaldes, „also eines kontinuierlich gepflegten Waldes“, und Verfechtern eines Naturwaldes, die meinen, „dass die Natur sich am besten selbst reguliert“. ((45 Min – Unser Wald – Zoff im deutschen Forst))
Der Fürsprecher des Naturwaldes ist Knut Sturm, Forstamtsleiter des Lübecker Stadtwalds. Er darf seinen Standpunkt ausführlich erläutern und seine Argumente werden veranschaulicht mit Bildern aus dem seit über 100 Jahren unbewirtschafteten Schattiner Zuschlag. ((siehe auch Exkursion in den Schattiner Zuschlag mit Revierleiter Baeskow)) Der Film endet mit einem Besuch von Sturm in den Heiligen Hallen ((Bei dem sehr seltenen Pilz, den Sturm fotografiert, handelt es sich um den Ästigen Stachelbart.)) und einem sehr persönlichen Statement von Sturm:
„Wenn ich denn durch so einen Wald laufe, dann sehe ich, was uns eigentlich genommen wird, also, was wir uns selber als Menschen nehmen an Faszination, an Schönheit, an Ästhetik, an Vielfalt auch. Das ist so eine Mischung zwischen Ehrfurcht und Wut, dass wir das nicht mehr zulassen aus reiner Gier, die uns antreibt, immer, uns Menschen. Und das macht mich dann traurig, wütend, alles durcheinander irgendwie. Und ich freue mich, dass es solche Flächen überhaupt gibt. Also das ist dann immer wieder schön, weil man hier wirklich erkennen kann, was Natur wirklich bedeutet.“
Alle Aussagen, die Sturm im Film macht, finden Sie in transkribierter Form auf der nächsten Seite. Weiterlesen
Offener Brief an Prof. Ammer
Die beste Ehefrau von allen hatte wie immer eine hervorragende Idee: Schreibe einen offenen Brief an Prof. Ammer ((siehe auch Ibisch contra Ammer, Ammer contra Wohlleben und Ammer, Wohlleben und das Wiehengebirge)) und frage ihn danach, wie er ganz persönlich einen Buchenwald bewirtschaften würde, der ihm gehört! Wie es zu dieser hervorragenden Idee kam, und was genau in dem Brief steht, lesen Sie hier: Brief an Prof. Christian Ammer.
Prof. Ammer auf einem Workshop des Forum Umwelt und Entwicklung in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt im November 2014Frede und die Buchen und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv
Ich habe die letzten beiden Kapitel meines Aufsatzes über den Antrag auf Kahlschlag am Wüstegarten durch Achim Frede geschrieben. Sie sind beide sehr lang geworden. Im vorletzten Kapitel geht es um den zentralen Fehler von Frede. Er behauptet, am Wüstegarten sei nicht ein Buchenwald, sondern ein „Birken-Ebereschen-Blockwald“ die natürliche Vegetation. Ich weise den entscheidenden Fehler Fredes u. a. mit zahlreichen eindeutigen Fotos nach, die ich bislang noch nicht veröffentlicht habe.
Das Foto zeigt den Buchenwald ganz oben auf dem Rücken des Wüstegartens direkt neben dem Kahlschlag.Im letzten Kapitel vertrete ich den Standpunkt, dass Achim Frede nicht allein verantwortlich für den Großkahlschlag ist, sondern dass hinter ihm ein weit verzweigtes Netzwerk von Personen in den unterschiedlichsten Verwaltungen, Behörden, Ämtern und Büros steht. Ich nenne dieses Netzwerk das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK) und beziehe auch die neueste Folge der Politsatire „Die Anstalt“ über die Mont Pèlerin Gesellschaft (MPS) in meine Argumentation mit ein. Nach diesem Kapitel werde ich sicherlich zu den Verschwörungstheoretikern zählen. Und Prof. Christian Ammer wird behaupten, dass ich ähnlich wie Peter Wohlleben Märchen statt Fakten verbreite.
Hier geht es zu meinen beiden letzten Kapiteln: Frede und die Buchen und Frede und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK).
Ibisch contra Ammer
Pierre L. Ibisch, Professor für Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde, hat im Fall der Online-Petition gegen Förster Peter Wohlleben, die von Christian Ammer, Professor für Forstwissenschaft an der Universität Göttingen, eingereicht wurde, in einem lesenswerten Artikel Partei ergriffen für Peter Wohlleben:
„Die Autoren der Online-Petition blenden […] Fakten aus, um ihre Meinung zu untermauern. […] Es steht zudem zu befürchten, dass eine Vielzahl der Unterzeichner der Online-Petition weder das Buch von Wohlleben richtig gelesen haben, geschweige denn die aktuelle relevante Literatur, deren Kenntnis für eine qualifizierte Diskussion unabdingbar ist.“
Hier geht es zum Artikel: Ausblenden von Fakten statt ‚Märchen‘? – Zum wissenschaftlichen Umgang mit waldbezogenen Büchern, Petitionen und Gutachten in Deutschland.