Ich habe vor Wut laut geschrien

Nationalpark Harz. Da stand ich nun auf dem riesigen Kahlschlag und war fassungslos. Ich schreibe das nicht nur so dahin, sondern ich habe wirklich die Fassung verloren. Ich stand da inmitten der ganzen Zerstörung und habe Sätze gestammelt wie „Das gibt es doch gar nicht!“, „Das kann doch nicht wahr sein!“ oder einfach nur „Jesusfuckingchrist!“ Und in all dieser Verwüstung habe ich vor Wut laut geschrien.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Großkahlschlag in der Nähe der Plessenburg.

Umweltminister Aeikens zu den Kahlschlägen im NLP Harz

Großkahlschlag im NLP Harz

Meine Briefe an Umweltminister Wenzel in Niedersachsen und Umweltminister Aeikens in Sachsen-Anhalt wegen der Kahlschläge im NLP Harz waren ebenso wie meine Briefe an die Vorsitzenden und Mitglieder der Umweltausschüsse völlig sinnlos. Das beweist noch einmal die zweite Antwort von Aeikens, die er vom Leiter der Abteilung „Forsten und Naturschutz“, Ministerialdirigent Jörg Martell, hat schreiben lassen: Im Ministerium gibt es die Kahlschläge schlicht nicht und Zahlen dazu hat man schon gleich gar nicht.

Lesen Sie hier den zweiten Brief von Aeikens, gefolgt von einem kurzen Kommentar und einem Schlusswort von Yanis Varoufakis: Antwort von Aeikens auf Rückfragen vom 9.6.2015

Post von Wenzel

Niedersachsens Umweltminister Wenzel hat mir am Ende doch auf meine Fragen zu den Kahlschlägen im NLP Harz geantwortet. Neben vielem anderen macht sein Brief vor allem eines deutlich: Die Umweltminister sowohl Niedersachsens als auch Sachsen-Anhalts haben zu den Kahlschlägen keine eigene Meinung. Sie übernehmen wortwörtlich die Stellungnahme von NLP-Leiter Andreas Pusch.

 

Kahlschlag am Oberen Gebbertsberg auf Google Maps

Hier geht es zum Brief von Wenzel und zu meinem Kommentar: Antwort von Umweltminister Wenzel vom 8. Mai 2015.

Umweltminister Aeikens zu Kahlschlägen im NLP Harz

Sachsen-Anhalts Umweltminister Aeikens (CDU) hat meine Fragen zu den Kahlschlägen im NLP Harz beantwortet. Die rechtliche Grundlage für die Kahlschläge ist ein Halbsatz im 145 DIN-A4-Seiten umfassenden Nationalparkplan: „[…] größere Fichtenkomplexe sollen geschützt werden.“ Zahlen zu den Kahlschlägen hat sein Ministerium nicht.

„vorübergehende Freistellung“ (Aeikens) des Oberen Gebbertsbergs

Niedersachsens grüner Umweltminister Wenzel schweigt trotz Anruf in seinem Ministerbüro weiterhin hartnäckig zu meinen Anfragen. Genauso wie die Vorsitzenden der Umweltausschüsse beider Länder: Frau Sigrid Raskob (SPD) und Herr Dietmar Weihrich (Bündnis 90 / Die Grünen). Auch von dem stellvertretenden Leiter des niedersächsischen Umweltausschusses Axel Miesner von der oppositionellen CDU kein einziges Wort. Das Schweigen ist parteiübergreifend: Selbst der Linke André Lüderitz aus Ilsenburg, Mitglied des Umweltausschusses von Sachsen-Anhalt, antwortet nicht auf meine Anfrage zu den Kahlschlägen direkt vor seiner Haustür.

Ich habe eine umfassende Dokumentation mit meinen Briefen und der Antwort von Aeikens erstellt: Umweltministerien zu Kahlschlägen.

Umweltskandal im NLP Harz

Anfang Februar habe ich die Umweltministerien Niedersachsens und Sachsen-Anhalts angeschrieben: Ich wollte wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage im NLP Harz hunderte Hektar Windwürfe geräumt wurden. Und ich wollte wissen, ob die Ministerien über Zahlen verfügen, wie viele Hektar mittlerweile kahlgeschlagen wurden. Ich hatte um Antwort bis Mitte März gebeten. Bis heute habe ich keine Antwort. Weiterlesen