Video des Urwaldreliktkäfers Mycetoma suturale

Prof. Dr. Jörg Müller und Thomas Michler haben mir im Nationalpark Bayerischer Wald einen ganz seltenen Käfer gezeigt: Der Winzling heißt Mycetoma suturale. Sein deutscher Name ist Harzporling-Düsterkäfer. Der Name erklärt sich so: Er gehört zur Familie der Düsterkäfer (Melandryidae) und lebt im Schwarzgebänderten Harzporling (Ischnoderma benzoinum), einem Pilz.

Heinz Bußler hat diese Urwaldreliktart am Ende seines Aufsatzes über Hotspot-Gebiete xylobionter Urwaldreliktarten aus dem Reich der Käfer näher beschrieben. Der kleine Krabbler hat sogar einen Spitznamen: Im Buch Die Wilden 14 heißt er „Mike“.

Der BUND als Lobbyorganisation für die Windkraftindustrie?

Wenn die TAGESSCHAU zur besten Sendezeit über Proteste zum Schutz eines Waldes berichtet, dann kann etwas nicht stimmen. ((siehe auch Białowieża – Doppelmoral der EU)) Wenn der SPIEGEL seine Sympathie zu antikapitalistischen Aktivisten in Baumhäusern bekundet, ((siehe Sie denken, sie haben gewonnen, DER SPIEGEL Nr. 39 /22.9.2018, S. 136)) dann kann etwas nicht stimmen. Und wenn der BUND zu einer Großdemonstration zum Schutz eines Waldes aufruft, dann kann erst recht etwas nicht stimmen. Denn der BUND ruft sonst nie zu einer Großdemonstration zum Schutz eines Waldes auf, der von der Rodung bedroht ist: nicht im Reinhardswald, nicht im Kaufunger Wald, nicht im Hunsrück und nicht im Odenwald. ((siehe Wald roden für die Energiewende))

Bei meinen Recherchen gibt mir Niko Paech einen Tipp: Ich solle doch mal nach Harry Neumann, dem ehemaligen BUND-Landesvorsitzender von Rheinland-Pfalz googlen. Was ich finde, verschlägt mir den Atem. Der BUND als Lobby-Organisation der Windkraftindustrie? Beweise für Korruption? Ich bin fassungslos. Und je mehr ich recherchiere, umso entsetzter werde ich. Lesen Sie hier meinen Bericht: Der BUND und die Windkraftindustrie.

Wald roden für die Energiewende

Der Reinhardswald ist nicht der Hambacher Forst. ((siehe meinen Artikel Der Hambacher Forst als grünes Deckmäntelchen)) Hier wird nicht gerodet für die Braunkohle, sondern für die Energiewende:

„Auf sieben Parzellen sollen jeweils bis zu 20 Windkraftanlagen mit einer Höhe von 150 bis 250 Metern aufgestellt werden.“ ((Roden für die Energiewende – RT Deutsch vom 23.10.2018))

Niemand besetzt den Reinhardswald. In diesem Wald wohnen keine Umweltaktivisten. Hier baut niemand Baumhäuser oder gar ganze Baumhaussiedlungen. Niemand errichtet hier Barrikaden. Kein Oberverwaltungsgericht verfügt einen Rodungsstopp. Hier finden keine Sonntagsspaziergänge statt. Waldpädagogen geben hier keine Interviews. Es gibt keine Großdemonstration. Die TAGESSCHAU berichtet nicht zur besten Sendezeit. SPIEGEL-ONLINE schweigt. Der BUND schweigt. Der NABU schweigt. Greenpeace schweigt. Der Rotmilan im Reinhardswald ist nicht die Bechsteinfledermaus im Hambacher Forst. Die GRÜNEN schweigen bis auf ihre Umweltministerin Priska Hinz:

„Windenergie ist sehr wichtig für den Klimaschutz, weil wir die Energiewende schaffen müssen.“

Die GRÜNEN und der Hambacher Forst

Die GRÜNEN sind nach der Bayern- und vor der Hessen-Wahl in aller Munde. Ich schließe mich teilweise der Kritik von Albrecht Müller an den GRÜNEN an: Wer Grün wählt, wählt die Anpassung an die Etablierten plus Ökologie. Beim „plus Ökologie“ habe ich allerdings erhebliche Zweifel. Viele Grüne haben auch bei der Großdemonstration am Hambacher Forst teilgenommen:

In meinem neuen Artikel begründe ich am Beispiel einer Umfrage zu Flugreisen, dass der individuelle Lebensstil des typischen GRÜNEN-Wählers extrem klimaschädlich ist. GRÜNEN-Wähler heizen dem Klima mächtig ein:

Nie wurden Nachhaltigkeitsziele lauter bekundet, während sich die Lebenspraktiken immer weiter davon entfernen.“ ((Rettet die Welt vor den Weltrettern, SZ vom 8.11.2011))

Deswegen haben grüne Wähler ein schlechtes Gewissen. Ein Motiv zur Teilnahme an der Großdemonstration war, dieses schlechte Gewissen zu beruhigen:

„Ich fahre zwar einen SUV und bewohne ein viel zu großes Haus, aber dafür bin ich Mitglied einer Bürgerenergiegenossenschaft, trinke nur ökofairen Kaffee und habe für den Kohle-Ausstieg am Hambacher Forst demonstriert.“ ((Abwandlung eines Zitats von Niko Paech, Mythos Energiewende: Der geplatzte Traum vom grünen Wachstum; in: Etscheit, G. (Hrsg.): Geopferte Landschaften – Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört, München, 2016, S. 205-228.))

Lesen Sie hier das fünfte und letzte Kapitel meines Artikels über Motive der Teilnehmer an der Großdemonstration am Hambacher Forst: Der GRÜNEN-Wähler.

Białowieża – Doppelmoral der EU

Wenn die Tagesschau zur besten Sendezeit über Proteste gegen die Bekämpfung des Borkenkäfers berichtet, ((siehe z. B. #reportage – Polens Urwald in Gefahr)) dann kann etwas nicht stimmen: Die Tagesschau berichtet sonst nie über Proteste gegen die Borkenkäferbekämpfung. Aber das „Flaggschiff der ARD“ (siehe Die Macht um Acht) berichtete auch nicht über Deutschland, sondern über Polen: über den Urwald von Białowieża. Das Vorgehen der EU-Kommission und des Europäischen Gerichtshofs gegen Polen war immer wieder „eine der wichtigsten Nachrichten des Tages“ in der Tagesschau.


wPolityce.pl (= In der Politik) vom 16. August 2018

Worüber sie und auch die anderen deutschen Medien nie berichtet haben, war die große Empörung in Polen, als durch einen Zeitungsartikel in der WELT bekannt wurde, wie das Bundesland Bayern den Borkenkäfer bekämpft. Der EU wurden „doppelte Standards“ und „Doppelmoral“ vorgeworfen.

In meinem neuen Artikel habe ich vier Artikel aus den polnischen Medien übersetzt. Ich halte die Vorwürfe für berechtigt: Die Borkenkäferbekämpfung in deutschen Natura 2000-Gebieten unterscheidet sich nicht von der in polnischen Natura 2000-Gebieten. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Białowieża – Doppelmoral der EU.