Wald roden für die Energiewende

Der Reinhardswald ist nicht der Hambacher Forst. ((siehe meinen Artikel Der Hambacher Forst als grünes Deckmäntelchen)) Hier wird nicht gerodet für die Braunkohle, sondern für die Energiewende:

„Auf sieben Parzellen sollen jeweils bis zu 20 Windkraftanlagen mit einer Höhe von 150 bis 250 Metern aufgestellt werden.“ ((Roden für die Energiewende – RT Deutsch vom 23.10.2018))

Niemand besetzt den Reinhardswald. In diesem Wald wohnen keine Umweltaktivisten. Hier baut niemand Baumhäuser oder gar ganze Baumhaussiedlungen. Niemand errichtet hier Barrikaden. Kein Oberverwaltungsgericht verfügt einen Rodungsstopp. Hier finden keine Sonntagsspaziergänge statt. Waldpädagogen geben hier keine Interviews. Es gibt keine Großdemonstration. Die TAGESSCHAU berichtet nicht zur besten Sendezeit. SPIEGEL-ONLINE schweigt. Der BUND schweigt. Der NABU schweigt. Greenpeace schweigt. Der Rotmilan im Reinhardswald ist nicht die Bechsteinfledermaus im Hambacher Forst. Die GRÜNEN schweigen bis auf ihre Umweltministerin Priska Hinz:

„Windenergie ist sehr wichtig für den Klimaschutz, weil wir die Energiewende schaffen müssen.“

Die GRÜNEN und der Hambacher Forst

Die GRÜNEN sind nach der Bayern- und vor der Hessen-Wahl in aller Munde. Ich schließe mich teilweise der Kritik von Albrecht Müller an den GRÜNEN an: Wer Grün wählt, wählt die Anpassung an die Etablierten plus Ökologie. Beim „plus Ökologie“ habe ich allerdings erhebliche Zweifel. Viele Grüne haben auch bei der Großdemonstration am Hambacher Forst teilgenommen:

In meinem neuen Artikel begründe ich am Beispiel einer Umfrage zu Flugreisen, dass der individuelle Lebensstil des typischen GRÜNEN-Wählers extrem klimaschädlich ist. GRÜNEN-Wähler heizen dem Klima mächtig ein:

Nie wurden Nachhaltigkeitsziele lauter bekundet, während sich die Lebenspraktiken immer weiter davon entfernen.“ ((Rettet die Welt vor den Weltrettern, SZ vom 8.11.2011))

Deswegen haben grüne Wähler ein schlechtes Gewissen. Ein Motiv zur Teilnahme an der Großdemonstration war, dieses schlechte Gewissen zu beruhigen:

„Ich fahre zwar einen SUV und bewohne ein viel zu großes Haus, aber dafür bin ich Mitglied einer Bürgerenergiegenossenschaft, trinke nur ökofairen Kaffee und habe für den Kohle-Ausstieg am Hambacher Forst demonstriert.“ ((Abwandlung eines Zitats von Niko Paech, Mythos Energiewende: Der geplatzte Traum vom grünen Wachstum; in: Etscheit, G. (Hrsg.): Geopferte Landschaften – Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört, München, 2016, S. 205-228.))

Lesen Sie hier das fünfte und letzte Kapitel meines Artikels über Motive der Teilnehmer an der Großdemonstration am Hambacher Forst: Der GRÜNEN-Wähler.

Białowieża – Doppelmoral der EU

Wenn die Tagesschau zur besten Sendezeit über Proteste gegen die Bekämpfung des Borkenkäfers berichtet, ((siehe z. B. #reportage – Polens Urwald in Gefahr)) dann kann etwas nicht stimmen: Die Tagesschau berichtet sonst nie über Proteste gegen die Borkenkäferbekämpfung. Aber das „Flaggschiff der ARD“ (siehe Die Macht um Acht) berichtete auch nicht über Deutschland, sondern über Polen: über den Urwald von Białowieża. Das Vorgehen der EU-Kommission und des Europäischen Gerichtshofs gegen Polen war immer wieder „eine der wichtigsten Nachrichten des Tages“ in der Tagesschau.


wPolityce.pl (= In der Politik) vom 16. August 2018

Worüber sie und auch die anderen deutschen Medien nie berichtet haben, war die große Empörung in Polen, als durch einen Zeitungsartikel in der WELT bekannt wurde, wie das Bundesland Bayern den Borkenkäfer bekämpft. Der EU wurden „doppelte Standards“ und „Doppelmoral“ vorgeworfen.

In meinem neuen Artikel habe ich vier Artikel aus den polnischen Medien übersetzt. Ich halte die Vorwürfe für berechtigt: Die Borkenkäferbekämpfung in deutschen Natura 2000-Gebieten unterscheidet sich nicht von der in polnischen Natura 2000-Gebieten. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Białowieża – Doppelmoral der EU.

Buchempfehlung: Die Wilden 14 – von Thomas Michler und Susanne Zuda

„Jetzt ist er völlig verrückt geworden! Erst kritisiert er die Proteste am Hambacher Forst. Dann lobt er Ulrich Mergner. Und jetzt empfiehlt er ein Kinderbuch! Der spinnt doch!“ – Gut, ich gebe zu: Es ist ungewöhnlich für mich, ein Kinderbuch zu empfehlen.

Aber dieses Buch ist so zauberhaft, die Geschichte von Thomas Michler so phantasiereich und die Zeichnungen von Susanne Zuda so wundervoll, dass auch Erwachsene ihre Freude haben werden. Weiterlesen

Buchempfehlung: Ulrich Mergner – Das Trittsteinkonzept

Wahrscheinlich habe ich viele treue Leser verärgert, als ich die Proteste am Hambacher Forst kritisiert habe. Vermutlich stoße ich mit meinem neuen Artikel auch viele Stammleser vor den Kopf, denn ich empfehle das folgende Buch: Das Trittsteinkonzept von Ulrich Mergner.

Ich möchte Sie nicht verärgern und auch nicht vor den Kopf stoßen. In meinen neuen Artikel erzähle ich von meinem Treffen mit Mergner im Steigerwald, und ich erkläre ausführlich, warum ich meine Meinung über das Trittsteinkonzept geändert habe. Ich glaube, dass die Gründe für meinen Sinneswandel für Naturschützer interessant und spannend sein können. Und spannend und interessant für Naturschützer ist auch das Buch von Mergner.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Buchempfehlung: Ulrich Mergner – Das Trittsteinkonzept.