Durchforstung im Stadtwald Göttingen

Wie viel Förster braucht der Wald? Um diese Frage drehte sich eine Diskussion von Fachleuten, die am 28. November den Göttinger Stadtwald besuchten. Revierleiter Dietmar Raab und Forstamtsleiter Martin Levin stellten ihr Konzept des minimalen Eingriffs vor. Mit dabei waren z. B. Prof. Dr. Hermann Spellmann und Dr. Peter Meyer von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, Prof. Dr. Bernhard Möhring von der Georg-August-Universität Göttingen und Knut Sturm, Leiter des Lübecker Stadtwalds.

links mit der roten Mappe Hermann Spellmann, mit schwarzer Mütze und roten Schnürsenkeln Peter Meyer, mit brauner Mütze und Jacke Bernhard Möhring, ganz rechts mit weißem Bart Martin Levin

 

Sturm überraschte die anwesenden Förster mit der Aussage: „Meine Förster wollen nicht mehr durchforsten! Sie sagen, den Blödsinn brauchen wir nicht mehr machen!“ Hier geht es zu meinem Artikel: Durchforstung im Seckbornsgrund.

In eigener Sache: Fehlerteufel

Wie jeder Mensch mache ich Fehler. Das ist umso wahrscheinlicher als ich zur Zeit bei der Recherche zu den Kahlschlägen im Nationalpark Bayerischer Wald dutzende verschiedener Quellen durchforste und hunderte von Zahlen zusammentrage und auswerte. Zwei Fehler hat Karl-Friedrich Sinner, der ehemalige Leiter des Nationalparks, gefunden:

  1. So hatte ich behauptet, die Windwürfe des Sturms vom 13. Juli 2011 seien restlos aufgearbeitet worden. Das war falsch: von 106.000 Festmetern Sturmholz hat man 20.000 liegen lassen.
  2. Die Borkenkäferbekämpfungszone im Erweiterungsteil des Nationalparks war im ersten Diagramm auf der Seite „Tricksen: Fehlende Vergleichsmöglichkeiten – das Beispiel der Entwicklungszone des Falkenstein-Rachel-Gebiets“ jeweils 3.733 ha zu groß gewesen.

Beide Fehler habe ich sofort korrigiert. Sollten Sie also einen Fehler finden, schreiben Sie mir bitte einfach eine Mail: Kontakt.

P. S.: Ebenso dankbar bin ich für Hinweise, die Sie für nützlich und hilfreich halten. Im Fall des Nationalparks Bayerischer Wald suche ich immer noch nach Zeitschriften- oder Zeitungsartikel mit Hintergrundinformationen zu den Kahlschlägen. Ich warte auch immer noch auf Insider, die in der Nähe der Entscheidungsträger der Jahre 1997, 1998 und 2007 waren.

Gfällei – vorprorgrammierter Kahlschlag

Am 13. Juli 2011 warf ein Wirbelsturm1Hier hat der Sturm gewütet, Grafenauer Anzeiger vom 20. Juli 2011 im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald 231 ha um.2Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald (Hg.), Waldentwicklung im Nationalpark Bayerischer Wald in den Jahren 2006 bis 2011 – Von Marco Heurich, Franz Baierl und Thorsten Zeppenfeld, Grafenau 2012, S. 13 Wegen des unsäglichen Paragraphen 14 der Nationalparkverordnung räumte der neue Nationalparkleiter Leibl 189 ha.3ebd. Nur 42 ha Windwurf wurden nicht geräumt und zur Naturzone erklärt: sie liegen im Talkessel des Stubenbachs in der Waldabteilung Gfällei. Nordwestlich befindet sich das Schachtenhaus, südwestlich der Kiesruck (1.265 m).4siehe auch den Jahresbericht 2011, S. 4


Größere Karte anzeigen

Im selben Jahr war Leibl verantwortlich für weitere 116 ha Kahlschläge5Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald (Hg.), Waldentwicklung im Nationalpark Bayerischer Wald in den Jahren 2006 bis 2011 – Von Marco Heurich, Franz Baierl und Thorsten Zeppenfeld, Grafenau 2012, S. 14 im Erweiterungsgebiet wegen Borkenkäferbefall. Macht zusammen 305 ha Kahlschläge im Erweiterungsgebiet im ersten Jahr als neuer Leiter des Nationalparks. Weiterlesen

Tricksen, Tarnen und Täuschen

In meinem neuen Artikel zum Nationalpark Bayerischer Wald geht es um Zahlen zum Holzeinschlag und zum Holzverkauf.

Holzeinschlag am Lackenberg im September 2014

Die Recherchen dazu waren ausgesprochen schwierig. Denn die Zahlen musste ich mir mühsam aus unzähligen Dokumenten zusammensuchen. Frau Dr. Kristin Beck, die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, rückt die Informationen trotz zweier Briefe, eines Telefonats und vieler Emails nicht heraus. Kein Wunder: Der Holzeinschlag ist empörend hoch. Hier geht es zu meinem Bericht: Tricksen, Tarnen und Täuschen.

Recklinghausen: 200 € Gebühren für nicht erteilte Auskünfte

Einige Leser werden sich erinnern: Ich hatte Herrn Klinger von den Kommunalen Servicebetrieben Recklinghausen autoritären Amtsnarzissmus vorgeworfen, nachdem dieser sich weigerte, auf meine Fragen zu antworten. Es ging um einem brutal abgeräumten Windwurf neben dem Autobahnparkplatz Hohenhorst an der A 2 am Autobahnkreuz Recklinghausen:

 

Ich habe mich bei Heinz Niermann, dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Recklinghausen, und Christoph Tesche, dem Bürgermeister, beschwert. Außerdem habe ich den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit informiert.

 

Genützt hat es nichts: Ich stoße auf eine Mauer des Schweigens: Der Forstbetriebsplan der Stadt bleibt geheim, ebenso wie der zuständige Förster von Wald-und-Holz-NRW, das private Forstunternehmen und die Erlöse aus dem Holzverkauf. Und am Ende soll ich 200 € Gebühren für die Auskunft zahlen. Lesen Sie meine ausführliche Dokumentation des Falles mit sämtlichen Originalbriefen: Kahlschlag im Hohenhorster Buchenwald.