Über die Ohnmacht von Edmund Stoiber

Es sind nicht nur die Riesenkahlschläge, die mich im Erweiterungsteil des Nationalparks Bayerischer Wald angeekelt haben. Überall stolpert man über kleine kahlgeschlagene Flächen, wo Borkenkäfernester geräumt wurden. Der folgende Kahlschlag liegt in der Nähe des Tals „In der Gruft“ östlich des Lindberger Schachten:

 

Manchmal denke ich, man müsste Ministerpräsident sein, um den Wald zu schützen. Wenn man nur an den Schalthebeln der Macht säße, könnte man die Kahlschläge in den Nationalparks stoppen. Einmal mit der Faust auf den Tisch hauen und Basta brüllen! So einfach ist es nicht, wie eine ganz außergewöhnliche Rede des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber zeigt, die er am 22. Oktober 1997 in St. Oswald gehalten hat. Weiterlesen

Horst Stern: Bemerkungen über einen sterbenden Wald

1997 drehte Horst Stern nach 18jähriger Fernsehabstinenz die 30minütige Reportage „Bemerkungen über einen sterbenden Wald“. Im Zentrum steht das Sterben der Bergfichtenwälder im Nationalpark Bayerischer Wald. Mit ätzender Schärfe kritisiert Stern die Borkenkäferbekämpfung der bayerischen Staatsforsten.

 

Ich habe den Film bei YouTube entdeckt und den sprachgewaltigen Text der Reportage transkribiert: Horst Stern – Bemerkungen über einen sterbenden Wald

GEO: „Im Bayerischen Wald singen die Sägen“

Bei meinen Recherchen zum Nationalpark Bayerischer Wald bin ich auf alte Zeitschriftenartikel gestoßen, in denen schon früh massive Fehlentwicklungen kritisiert worden. Im Dezemberheft 1998 griff die Zeitschrift GEO den neuen Nationalparkchef Sinner massiv an: „Im Bayerischen Wald singen die Sägen“

Das Foto zeigt die geräumte Borkenkäferbefallsfläche am Falkenstein. Links außen im Vordergrund wachsen Binsen, ein Störungsanzeiger für verdichtete Böden. Rechts neben dem Baumstumpf wurde eine der wenigen Vogelbeeren vom Wild verbissen.

Riesenkahlschlag am Rindelloch

Ich habe den dritten Teil meiner Tetralogie fertiggestellt: Riesenkahlschlag am Rindelloch.

Entwicklungszone 2 b am Rindelloch

 

Ich analysiere eine Vielzahl von erschütternden Fotos, die bislang so weder im Fernsehen noch in Zeitungen zu sehen waren. Ich kontrastiere die Fotos mit offiziellen Verlautbarungen der Nationalparkverwaltung und der bayerischen Umweltministerin. Im letzten Teil nenne ich die Namen von Verantwortlichen und diskutiere die Frage ihrer individuellen Schuld. Ex-Nationalparkchef Sinner wäre vermutlich „sehr nachdenklich und besorgt“ angesichts meiner „Negativ-Werbung“. Allerdings beklage ich nicht wie „Einzelne in der Region … in nicht abreißen wollenden Leserbriefen“ die „Totholzwüsten“. ((Sinner in einer Pressemitteilung vom 18.12.2008)) Ich beklage ihr Fehlen.

Nationalpark: SPD sammelt Material gegen Befürworter

Die SPD ist eine sehr verwirrte Partei: Nicht nur, dass ihr Vorsitzender sich zum Pressesprecher des Arbeitgeberverbands macht und der Lokführergewerkschaft GDL einen „Missbrauch des Streikrechts“ vorwirft. Nein, in Bayern sammelten die zwei SPD-Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer und Ruth Müller Material gegen Befürworter des Nationalparks. Im Visier der Spionage steht z. B. Jens Schlüter, Geschäftsführer der Kreisgruppe Regen des Bund Naturschutz und Autor der kritischen Webseite Waidlerherz. Ich dokumentiere diesen Skandal, der außerhalb Bayern bislang nicht bekannt ist, mithilfe eines Artikels aus der Passauer Neuen Presse vom 18. Oktober 2014:

Nationalpark: SPD sammelt Material gegen Befürworter