Monty-Python-Truppe im Schellenberger Wald

Vor kurzem habe ich den Schellenberger Wald in Essen wieder besucht, den ich 2014 das letzte Mal gesehen hatte. Damals hatte ich mehrere Artikel über den Pfingststurm Ela und seine Auswirkungen auf die Essener Wälder geschrieben. ((z. B. Pfingststurm Ela im Schellenberger Wald)) Ich hatte mich in der neu gegründeten Bürgerinitiative „Waldschutz Essen“ engagiert und wir hatten uns dafür eingesetzt, die vom Wind umgestürzten Bäume im Wald liegen zu lassen und eine Naturverjüngung zuzulassen. ((siehe WAZ: Initiative will umgekippte Bäume in Essener Wäldern lassen))

Es ist alles anders gekommen. Das Forstamt hat die Windwurfflächen leergeräumt und künstlich kleine Bäumchen gepflanzt, die im Jahr 2017 von meterhohem Unkraut bedrängt und überwuchert werden. Beginnen möchte ich den Artikel über diese bizarre Wiederaufforstung mit der kritischen Analyse eines ebenso bizarren Fernsehbeitrags in der Lokalzeit Ruhr des WDR aus dem Jahr 2016: Wiederaufforstung im Schellenberger Wald.

Oberstaatsanwalt Schmidtmann antwortet nicht

Am 18. Dezember 2014 hatte ich im Lokalkompass einen offenen Brief an Oberstaatsanwalt Schmidtmann von der Staatsanwaltschaft Essen geschrieben. Darin übte ich Kritik an der Einstellung des Verfahrens wegen der skandalösen Baumfällungen im Lührmannwald durch Grün-und-Gruga Essen. Die Anwohnerin Roswitha Krause hatte Anzeige erstattet.

Schmidtmann hat mir nie geantwortet. Offenbar glaubt er, Frau Krause und mir keine Rechenschaft pflichtig zu sein. Dazu schreibt Norbert Blüm:

„Die Jurisdiktion scheint niemandem rechenschaftspflichtig zu sein außer sich selbst, und so schmort sie im eigenen Saft vor sich hin. […] ich beklage die Selbstgefälligkeit, mit der sie jedwede Kritik als Angriff auf ihre Unabhängigkeit abschmettert. Richter und Rechtsanwälte sind die letzten Berufe, die für sich eine Art Berührungstabu beanspruchen. … In der demokratischen Gesellschaft gibt es keine Geheimkammern und keine Berufe, die rechtfertigungsfrei sind. Deshalb darf es auch keine Diskussionsverstecke geben.“ ((Norbert Blüm, Einspruch! – Wider die Willkür an deutschen Gerichten, Frankfurt am Main 32014, S. 20 und 119))

Forstdirektor Haering antwortet nicht

Ich lese gerade mit viel Gewinn das Buch „Einspruch!“ von Norbert Blüm. Gleich im Vorwort stolperte ich über die folgenden Sätze:

„Dies ist ein Buch über die Verlotterung der dritten Gewalt in unserem Land, und ich lasse Schonungslosigkeit walten. Auch auf die Gefahr hin, dass sich einige ihrer Vertreter auf den Schlips getreten fühlen. Mögen sie ihn sich abreißen und mit mir in eine Diskussion auf Augenhöhe einsteigen. Ich stelle ihnen gerne eine Leiter an ihr hohes Ross, damit der Abstieg komfortabel ist.“ ((Norbert Blüm, Einspruch! – Wider die Willkür an deutschen Gerichten, Frankfurt am Main 32014, S. 7))

Prompt fiel mir Forstdirektor Haering ein, der Leiter von Grün-und-Gruga Essen. Er hat mir auf meinen offenen Brief vom 15. November 2014 nie geantwortet