Frede und die Buchen und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv

Ich habe die letzten beiden Kapitel meines Aufsatzes über den Antrag auf Kahlschlag am Wüstegarten durch Achim Frede geschrieben. Sie sind beide sehr lang geworden. Im vorletzten Kapitel geht es um den zentralen Fehler von Frede. Er behauptet, am Wüstegarten sei nicht ein Buchenwald, sondern ein „Birken-Ebereschen-Blockwald“ die natürliche Vegetation. Ich weise den entscheidenden Fehler Fredes u. a. mit zahlreichen eindeutigen Fotos nach, die ich bislang noch nicht veröffentlicht habe.

Das Foto zeigt den Buchenwald ganz oben auf dem Rücken des Wüstegartens direkt neben dem Kahlschlag.

Im letzten Kapitel vertrete ich den Standpunkt, dass Achim Frede nicht allein verantwortlich für den Großkahlschlag ist, sondern dass hinter ihm ein weit verzweigtes Netzwerk von Personen in den unterschiedlichsten Verwaltungen, Behörden, Ämtern und Büros steht. Ich nenne dieses Netzwerk das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK) und beziehe auch die neueste Folge der Politsatire „Die Anstalt“ über die Mont Pèlerin Gesellschaft (MPS) in meine Argumentation mit ein. Nach diesem Kapitel werde ich sicherlich zu den Verschwörungstheoretikern zählen. Und Prof. Christian Ammer wird behaupten, dass ich ähnlich wie Peter Wohlleben Märchen statt Fakten verbreite.

Hier geht es zu meinen beiden letzten Kapiteln: Frede und die Buchen und Frede und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK).

Frede und die Flechten

Frede führt vier sogenannte „fachliche Gründe“ für den über 5 ha großen Kahlschlag am Wüstegarten an. Der dritte Grund lautet: „die naturschutzfachliche Wertigkeit auch der kurzfristig angestrebten Zwischenstadien: Rohboden, Kryptogamen-Fluren, Pionier- und Sukzessionsstadien“. Es ist zum Haare raufen.

naturschutzfachlich wertvolles Zwischenstadium

In meinem vorvorletzten Kapitel über den Antrag auf Kahlschlag am Wüstegarten durch Achim Frede erkläre ich das Fachchinesisch und weise die Fehler nach: Frede und die Flechten.

Frede und der Borstgrasrasen

Nardus stricta1Borstgras in Tschechien

Frede begründet den Großkahlschlag am Wüstegarten u. a. mit der Wiederherstellung eines nährstoffarmen Standorts, der dann geeignet ist für Lebensgemeinschaften wie den Borstgrasrasen. Diese Begründung ist falsch. Nach einem Telefonat mit einem ausgewiesenen Experten für Borstgrasrasen kann ich nachweisen, dass der Standort am Wüstegarten auch nach dem Kahlschlag für Borstgrasrasen überhaupt nicht geeignet ist: Frede und der Borstgrasrasen.

Naturzerstörung durch den Neubau der Jennerbahn

Naturzerstörung ist nicht das Werk anonymer Mächte. Schuld ist auch nicht „der“ Tourismus, „die“ Wirtschaft oder „die“ Politik. Naturzerstörung ist immer die Folge ganz konkreter Entscheidungen von ganz konkreten Personen. Bei der Naturzerstörung durch den den Neubau der Jennerbahn zählen zu den verantwortlichen Personen Hannes Rasp, Bürgermeister von Schönau, Peter Hettegger, Multimillionär aus Österreich, und Ilse Aigner, Bayerns Wirtschaftsministerin. Ich erzähle ausführlich die Vorgeschichte des Neubaus und die sonderbare Finanzierung durch staatliche Subventionen und Millionen-Kredite, für deren Tilgung man bei den spärlichen Gewinnen der Jennerbahn Jahrhunderte braucht. Hier geht es zu meinem Artikel: Naturzerstörung durch den Neubau der Jennerbahn.

Ibisch contra Ammer

Pierre L. Ibisch, Professor für Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde, hat im Fall der Online-Petition gegen Förster Peter Wohlleben, die von Christian Ammer, Professor für Forstwissenschaft an der Universität Göttingen, eingereicht wurde, in einem lesenswerten Artikel Partei ergriffen für Peter Wohlleben:

„Die Autoren der Online-Petition blenden […] Fakten aus, um ihre Meinung zu untermauern. […] Es steht zudem zu befürchten, dass eine Vielzahl der Unterzeichner der Online-Petition weder das Buch von Wohlleben richtig gelesen haben, geschweige denn die aktuelle relevante Literatur, deren Kenntnis für eine qualifizierte Diskussion unabdingbar ist.“

Hier geht es zum Artikel: Ausblenden von Fakten statt ‚Märchen‘? – Zum wissenschaftlichen Umgang mit waldbezogenen Büchern, Petitionen und Gutachten in Deutschland.