Der Nationalpark Harz als Opfer der Förster

Die folgede Satellitenaufnahme zeigt das Kleine Sandtal im Nationalpark Harz. Es liegt Luftlinie 4 km südwestlich von Ilsenburg. Bei den hellen Flächen handelt es sich um Großkahlschläge in Fichtentwäldern.

Großkahlschläge SandtalQuelle: Google Maps

Der mit einem roten X markierte Kahlschlag hat allein eine Größe von 5,5 ha. Das Nationalparkforstamt hat die Kahlschläge 2008 nach Kyrill in der Entwicklungszone vorgenommen, um „große Fichtenkomplexe“ vor dem Borkenkäfer zu „schützen“ (siehe Natur schützen: Waldentwicklung im Nationalpark Harz). Die Großkahlschläge fanden nicht in der 500 m-Schutzzone an der Außengrenze des Parks statt, um benachbarte Privatwälder zu schützen. Die Kahlschläge waren sinnlos: Der Borkenkäfer breitet sich munter weiter aus, wie man an den abgestorbenen Fichtenwäldern im Osten des Sandtals sehen kann.

Das folgende Panoramfoto zeigt den oben mit einem roten X markierten Großkahlschlag im Kleinen Sandtal. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Foto und wählen dann „Link in neuem Fenster öffnen“. Dann öffnet sich das Panorama. Klicken Sie mit der Lupe auf das Bild und scrollen Sie mit den vertikalen und horizontalen Bildlaufleisten in dem Panorama herum:

Panorama SandtalPanoramafoto des Großkahlschlags im Kleinen Sandtal (8.984 x 2.400 Pixel, 14,3 MB)

Die Kahlschläge waren direkte Konsequenz einer Ideologie der „Waldentwicklung“. Ich werde diese in den kommenden Wochen in einer Reihe von Artikeln kritisieren. Hier der erste Beitrag: Der Nationalpark Harz als Opfer der Förster

 

Vom Versagen der Jagd im Nationalpark Harz

Die Jungs müssen sich gestritten haben wie die Kesselflicker. Auf dem Workshop zum Waldumbau im Nationalpark Harz im Mai 2005 muss es hoch hergegangen sein. Es herrschte offenbar überhaupt keine Einigkeit darüber, mit welchen „Entwicklungsmaßnahmen“ man die Fichtenforste in „naturnahe Mischwälder“ umbauen kann und ob man das überhaupt soll. Weiterlesen

Großkahlschlag im NP Harz nahe der Ernstburg

Peter A. Schmidt, Waldentwicklung in Nationalparken unter dem Aspekt natürlicher Dynamik in Fichtenwäldern und in künstlich begründeten Fichtenbeständen, in: Waldynamik und Waldumbau in den Entwicklungszonen des Nationalparks Harz (Tagungsband), 2007, S. 38:

„Ein großräumiger Waldumbau mit wirtschaftsbestimmter Nutzung von Naturressourcen ist nicht akzeptabel, denn dies bedeutet … die Täuschung der Öffentlichkeit, da die Besucher mit einer bestimmten Erwartungshaltung den Nationalpark aufsuchen und forstliche Maßnahmen nicht nur Erklärungsbedarf fordern, sondern dem versprochenen und propagierten Naturerlebnis zuwider laufen.“

 

Frühlingsbote Weiße Pestwurz

3. März 2014, Ilsetal im Nationalpark Harz

Laut Wikipedia dauert die Blütezeit der Weißen Pestwurz (Petasites albus) von April (!) bis Mai. Dieses Jahr blüht sie einen Monat früher. Die Pestwurz blühte tatsächlich wie bei Wikipedia beschrieben am feuchten Rand einer Forststraße. Im Nationalpark Harz sind das allerdings eher hervorragend ausgebaute Forstautobahnen. Während meiner Wanderung durch das Ilsetal begegneten mir 2 voll mit Fichtenholz beladene Holztransporter mit Anhänger und ein Sattelschlepper mit einem Harvester.