Der Kahlschlag am Wurmberg im Harz

Herr Rudolph, Pressesprecher der Landesforsten, über den Kahlschlag

Die Revierförsterei Braunlage gehört zum Forstamt Lauterberg der Niedersächsischen Landesforsten. Es gehört zum Zuständigkeitsbereich von Michael Rudolph, dem Regionalen Pressesprecher Süd. Er hat am 11.6.2019 selbst einen Artikel über den Wurmberg geschrieben: Borkenkäfer befallen Fichten am Wurmberg.

 

Ich erreiche ihn am 8. Juni 2020 und er gibt mir sehr freundlich und kompetent Auskunft:

An der Schnittstelle NLP / Wirtschaftswälder wird das Borkenkäferproblem sehr deutlich. Leider kann man nicht davon ausgehen, dass es da nach 1-2 Jahren wieder vorbei ist. Das ist auch die Sorge, die der örtliche Förster dort hat und die Landesforsten haben. Das wird erst zur Ruhe kommen, wenn keine bruttauglichen Bäume dort mehr vorhanden sind. Die Kahlschläge werden wieder aufgeforstet. Am Wurmberg wird ein ehemaliges Hochmoor renaturiert. Die Arbeiten laufen jetzt an. Ein Teil dieser Bereiche bleibt in der natürlichen Entwicklung, d. h. sie werden sich wiederbewalden. Es wird keine Kahlfläche bleiben.

Blick vom Wurmberg auf den Brocken

Hirsche sind eine große Sorge neben dem Borkenkäfer. Es wird befürchtet, dass der Wilddruck aus den umliegenden Wäldern, auch aus dem NLP, so hoch ist, dass die Anpflanzungen es schwer haben, dort wieder aufzuwachsen. Die Förster müssen zäunen, sie müssen Hordengatter bauen und intensiv jagen.

Ich spreche den Rotwild-Hegering im Harz an, einen der größten und ältesten Rotwild-Hegegemeinschaften in Deutschland. Ich behaupte, dass die Landesforsten dagegen nicht ankommen.

Er stimmt zu. Die Landesforsten kommen auch nicht gegen die Wilddichte im NLP an. Das Gebiet hat sich zu einem Eldorado für Wild entwickelt. Aber der NLP ist ein gesellschaftlich und politisch gewolltes Gebiet, das vor vielen Jahren etabliert wurde. Die Landesforsten können immer nur wieder fordern, dass intensiv gejagt wird. Die Landesforsten können nicht das NLP-Gesetz umschreiben oder die Pufferzone eigenwillig vergrößern. An den Rahmenbedingungen wird sich nichts ändern.

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