Der Wald-Wild-Konflikt

Verpachtung vs. Regiejagd

Schulte-Loh:

Herr Dörmbach, welche Konsequenzen haben Sie gezogen?

Dörmbach:

Als allererstes haben wir eine Zielformulierung stattfinden lassen. Also wir haben gesagt, in unserer Jagdgenossenschaft in Wipperfürth-Wingenbach wollen wir eine gewisse Verbissbelastung nicht überschreiten. Mit den bisherigen Jagdpächtern, die die letzten Jahrzehnte alle bei uns waren, hat es nicht hingehauen. Und jetzt haben wir das Zepter in die eigene Hand genommen und wir bewirtschaften das Jagdrevier in eigener Regie.1siehe Wingenbach organisiert Jagd in eigener Regie, “Die Waldbauern” 1/2023

Schulte-Loh:

Was heißt das: in eigener Regie?

Dörmbach:

Wir haben es nicht mehr verpachtet an einen externen Jagdpächter, der das Verhältnis mietet, sondern wir haben einen Jagdleiter bestimmt und ein Jagdteam gebildet, das teils aus Jagdgenossen und teils aus externen Jägern besteht, die dann für 12 Monate einen Jagdvertrag haben.

Schulte-Loh:

Das heißt, Sie haben es nicht mehr verpachtet. Sie kriegen ja dann auch kein Geld, oder?

Dörmbach:

Doch, wir kriegen Geld. Also in den Begehungsscheinen ist ein Hegebeitrag festgelegt und das Wild, was erlegt wird, gehört in erster Linie der Jagdgenossenschaft und muss dieser dann abgekauft werden.

Schulte-Loh:

Was ist der Vorteil dieser Regelung?

Dörmbach:

Der Vorteil ist ganz klar, dass wir, wenn einer im Jagdteam nicht dazu passt, dass wir den spätestens nach 12 Monaten wieder los sein können in Gegensatz zum 9-jährigen Jagdpachtvertrag.2siehe § 11 IV 2 – Bundesjagdgesetz (BJagdG)

Hakan Ekemen:

Ist das eine Lösung, nicht mehr das Revier zu verpachten, sondern in Eigenregie den Wald bejagen zu lassen?

Zuschauer:

Nein, auf gar keinen Fall! Denn man sollte ja sehen, dass eine nachhaltige Jagd stattfindet und die kann in einem Jahr nicht stattfinden und so zieht man sich nur eine Killerelite heran und keine ordentlichen Jäger.

[Beifall im Publikum]

Schulte-Loh:

Moment! Erst kurz zu dem Stichwort “Killerelite” Herr Dörmbach?

Dörmbach:

“Killerelite” – das finde ich ein bisschen frech. Wir haben ein sehr gutes Jagdteam gefunden und es heißt ja nicht, dass nach 12 Monaten das getauscht wird, sondern die haben sich bis jetzt alle sehr gut angestellt und dementsprechend ist auch eine lange Erwartungshaltung da.

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