Der Wald-Wild-Konflikt

Zu viele Rehe

Torsten Dörmbach, Waldbesitzer in Wipperfürth1siehe Bauernhof Wingenbach:

Auf der einen Seite haben wir die riesigen Kalamitätsflächen, wo die Trockenheit und der Käfer gewütet haben …

Judith Schulte-Loh:

Da muss ich mal gleich für alle sagen draußen … Kalamitätsflächen – die kennen Sie alle, aber das sind die Flächen, wo nichts mehr ist.

Dörmbach:

Genau, da stehen zumindest keine Bäume mehr, keine großen. Und auf der anderen Seite haben wir noch die übrigen Waldinseln, die aus Laubhölzern vielleicht noch bestehen, wo eine Entmischung stattfindet. Also alles, was wir so Richtung Klimawandel bräuchten, fehlt irgendwie auf der gesamten Fläche.

Schulte-Loh:

Und welche Rolle spielen in Ihrem Wald die Rehe?

Dörmbach:

Die Rehe gehören in erster Linie zu dem Wald dazu, weil das ist ja ein Ökosystem. Die sind aber momentan so viel zahlenmäßig unterwegs, dass die Wiederaufforstung auf den riesigen Flächen nur mit erhöhtem Aufwand stattfinden kann – sprich: Wuchshüllen, Zäune, chemischer Verbissschutz. Solche Sachen müssen oftmals angewendet werden und das ist auf der einen Seite teuer und auf der anderen Seite … Stichwort Mikroplastik; das ist auch nicht so lustig für alle.

Schulte-Loh:

Sind das denn mehr Rehe, als es früher war?

Dörmbach:

Ich denke ja. Wenn man sich die Streckenliste, die ja auch der Landesjagdverband immer wieder veröffentlicht, anschaut, ist das eine exponentiell steigende Kurve. Und die bricht nicht ein, d. h. es werden immer jedes Jahr mehr Rehe geschossen. Und wenn immer mehr Rehe geschossen werden können, ist die Population auch nach wie vor in einem Wachstum.

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