Aufregung um Holzernte bei Hummelmarter

Staatsforsten sägen alte Buchen um

Nur einen Tag später greift auch die Süddeutsche Zeitung das Thema auf: Streit im Steigerwald: Staatsforsten sägen alte Buchen um. Und die Zeitung schickt ihren Fachmann für Naturschutz ins Rennen: Christian Sebald. Er hat einen guten Ruf.1Ich kann mit ein wenig Pathos sagen, dass Sebald mein Leben beeinflusst hat: sein Artikel „Tricksen, Tarnen, Täuschen“ war der Grund dafür, dass ich 2014 zum ersten Mal in den NLP Bayerischer Wald fuhr, um mir die riesigen Kahlschläge anzugucken. Aber dieser Artikel ist eine einzige Enttäuschung. Er ist nichts anderes als eine Kurzform des Artikels in der Main-Post vom Vortag. Mit einem wesentlichen Unterschied: Mergner kommt nicht zu Wort. In einer E-Mail schreibt Mergner mir dazu, dass Sebald den Wert des Integrativen Naturschutzkonzepts „Schutz trotz Nutzung“ einfach nicht erkennt: Mergner findet das traurig. Er hat immer wieder vergeblich versucht, mit Sebald in Kontakt zu treten.

Der Artikel von Sebald ist nicht nur kurz, er ist auch lustlos: für so etwas braucht ein erfahrener Journalist keine 10 Minuten. Nicht einmal das Foto hat die SZ selbst gemacht – irgendein Skandalfoto von abgesägten dicken Buchen hätte Sebald doch im Archiv finden können –   nein, er übernimmt einfach das Foto der Presseerklärung des BN. Qualitätsjournalismus heute. Aber der Artikel ist nicht nur kurz und lustlos; er ist auch fehlerhaft. Und es gibt böse Zungen, die Sebald unterstellen, dass er ganz bewusst Fake-News verbreitet. Denn im Steigerwald „tobt“ kein „massiver Streit“ um einen NLP. Spätestens nach dem Fiasko vor der Staatskanzlei weiß auch der letzte NLP-Befürworter, dass der NLP nicht kommen wird. Und es ist nicht nur die Staatsregierung dagegen, wie Sebald behauptet. Auch die „Mehrheit der Einheimischen“. Und das ist nicht die beschränkte „Sicht“ der Regierung. Davon könnte Sebald sich vor Ort überzeugen und Leute befragen. Aber dazu müsste er investigativen Journalismus betreiben. Und das ist nicht sein Ding. Er fasst stattdessen Presseerklärungen zusammen. Und macht Wahlwerbung für die Grünen – kostenlos.

Auf Twitter kursiert folgender Witz

Die SZ darf ruhig auch zu den Erfolgsgaranten gezählt werden.

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