Aufregung um Holzernte bei Hummelmarter

Wollen wir diese Form der Forstwirtschaft?

Die beiden Fragen, warum die Bäume überhaupt gefällt wurden und warum es so viele waren, hat Mergner beantwortet. Kommen wir nun zum Schluss zur Frage, ob wir diese Form der Forstwirtschaft wollen. Sie hängt eng mit einer anderen Frage zusammen: Wollen wir Forstwirtschaft überhaupt? Es ist eine wichtige Frage, denn es gibt Waldschützer, die diese Frage im Grunde verneinen. Sie sagen es vielleicht nicht so offen und reden um den heißen Brei herum: „Natürlich will ich Forstwirtschaft! Natürlich will ich Holz nutzen! Aber doch nicht so! So geht das nicht!“ Und dann reden sie häufig von einer „ökologischen“ oder „nachhaltigen“ oder „naturverträglichen“ Forstwirtschaft, aber niemand weiß eigentlich so richtig, was das eigentlich ist und wie das gehen soll. Und wenn man dann nachfragt, dann kommt vielleicht noch „Ja, das Lübecker Modell … Wie heißt der noch dieser Förster da …. Prozessschutz … Die machen das mit Pferden! … und der Peter Wohlleben, der sagt doch … Und der macht doch … Und dieser andere Förster, ich komme jetzt nicht auf den Namen … der hat doch auch gesagt, dass … Ein Moratorium! Wir brauchen einen Einschlagsstopp! Keine Bäume mehr fällen! Auch wegen dem Klimawandel und so!“ Und dann erübrigt sich jede weitere Diskussion. Wer keine Bäume fällen will, der will nicht nur „diese Form der Forstwirtschaft“ nicht, der will überhaupt keine Forstwirtschaft.

Ich will diese Form der Forstwirtschaft. Mergner macht einen sehr guten Job. Aber er hat Gegner. Am Ende seiner E-Mail kommt er auf diese zu sprechen:

„Allerdings sollen Sie schon jetzt wissen, dass es bei der ‚kritischen Begleitung‘ des Forstbetriebs Ebrach nicht um Fragen der Waldbewirtschaftung […] geht, sondern ausschließlich darum, auf dem Rücken des Forstbetriebs für einen Nationalpark zu werben. Deshalb die Bilder. So hat sich niemand bei uns über die Hintergründe der Maßnahmen informiert. Wie gesagt: den Forstweg hat man auch nicht verlassen. In Leserbriefen wurden falsche Aussagen gemacht und auch unsere Inventurergebnisse, die klar belegen, dass stärkere Rotbuchen nicht ab- sondern eher noch zunehmen, werden ignoriert.“

Es ist richtig; der Forstbetrieb Ebrach hat so seine Gegner. Seit Jahren. Es gibt den Freundeskreis Nationalpark-Steigerwald. Es gibt den BUND Naturschutz (BN). Es gibt den Landesbund für Vogelschutz (LBV). Es gibt die Grünen. Aber diese Gegner machen v. a. eines: sie produzieren Pressemitteilungen. Sonst nichts. Der Steigerwald ist nicht der Hambacher Forst. Wenn überhaupt einmal zu einer Demonstration für den Nationalpark Steigerwald aufgerufen wird, kommen nicht einmal 50 Leute. (siehe Demonstration gegen das Kettensägenmuseum und Videos von der Kundgebung zum Steigerwald in München)

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