Aufregung um Holzernte bei Hummelmarter

Staatsforst: „Trockenschäden zwingen zur Holznutzung“

Am 15. Januar 2021 veröffentlicht Redaktionsleiter Klaus Voigt in der Main-Post seinen nächsten Artikel über die Holzernte bei Hummelmarter: Staatsforst: „Trockenschäden zwingen zu Holznutzung“. Vier Fünftel des Texts sind einer Presserklärung von Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner gewidmet, im letzten Fünftel darf Grünen-MdB Lisa Badum dazu Stellung nehmen.

Ulrich Mergner hat mir das Original seiner Stellungnahme geschickt. Ich dokumentiere zunächst einmal diese Presseerklärung. Gelb markiert sind diejenigen Stellen, die Voigt übernimmt. Ich kommentiere Zeitungsartikel und Presseerklärung. Anschließend stelle ich drei Möglichkeiten vor, wie Gegner von Mergner mit seinen Zahlen umgehen. Und am Schluss analysiere ich die Reaktion von Badum auf Mergner.

Kommentar zur Main-Post

Hinweis: Gelb markiert sind diejenigen Textstellen, die Klaus Voigt für die Main-Post übernimmt.

Klaus Voigt ist kein Haltungsjournalist. Er berichtet nüchtern und distanziert und er kommentiert nicht. Er zitiert nicht sinnentstellend. Er lässt keine wesentlichen Informationen weg und fügt auch keine eigenen hinzu. Und er macht immer deutlich: Das ist eine Presserklärung. Hier spreche nicht ich, sondern dies ist Originalton Mergner. Kritiker könnten ihm vorwerfen, dass er diesem viel zu viel Platz gewährt. – Voigt übernimmt fast die gesamte Presserklärung, und die ist nun wirklich nicht kurz. – Aber Voigt hat gute Gründe für den breiten Raum, den er Mergner einräumt. Denn dieser ist zuvor von sechs Personen aus fünf verschiedenen Organisationen öffentlich kritisiert worden. Und es ist ein skandalträchtiges Foto veröffentlicht worden, das ihre Kritik scheinbar untermauert. Hinzu kommen auch noch zwei YouTube-Videos und Leserbriefe. Da möchten die Main-Post-Leser vielleicht schon genauer wissen, wie Mergner den Kopf aus der  Schlinge zieht. Voigt lässt nur zwei Abschnitte weg:

  • die Bestandsdaten mit den Auszügen aus der Nutzungskarte und
  • das Naturschutzkonzept.

Voigt hat seine Gründe: Das Naturschutzkonzept wurde bereits mehrfach in der Main-Post vorgestellt und dürfte den interessierten Lesern hinreichend bekannt sein. Und die Bestandsdaten mit den vielen verschiedenen Nutzungsarten sind einfach zu kompliziert für eine Tageszeitung; ich selbst habe mehrere Tage gebraucht, die ganzen Abkürzungen zu verstehen.1siehe Alter der Buchenwälder in der Stellungnahme von Ulrich Mergner Das 100 Seiten dicke Waldbauhandbuch  der Bayerischen Staatsforsten mit 10 Kapiteln, 8 Anlagen, 27 Abbildungen, 4 Tabellen und 38 Abkürzungen ist eine für Laien ungeheuer anspruchsvolle Lektüre. Und selbst viele bayerische Förster dürften ins Schwitzen geraten, wenn sie auswendig den Unterschied zwischen AD12Kap. 9.2.3.1, S. 52 und AD23Kap. 9.2.3.2, S. 53 erklären sollten. Redaktionsleiter Voigt tut also gut daran, wenn er das weglässt. So etwas gehört nicht in eine Tageszeitung. Wirklich nicht.

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