Besucherlenkung am Hirschgespreng – Wie man eine baumlose Grassteppe versteckt

Ein fast unsichtbarer Steig nach dem Ende des schmalen Wegs

Nach dem Ende des Wegs wird es hässlich. Und mit „hässlich“ meine ich nicht nur die Grassteppe.

Hässlich ist auch der Trampelpfad, über den es nun in Richtung ehemaliger Wendeschleife geht. Denn nun ist es kein schmaler Weg mehr, der nach dem Rückbau der Forststraße übrig geblieben ist. Nun hat die NPV die Samthandschuhe ausgezogen und ganze Arbeit geleistet.

Von der Forststraße ist nichts mehr übrig geblieben als ein paar Stellen mit viel Schotter, über die noch kein Gras gewachsen ist.

Es muss ein paar ganz wenige Einheimische geben, die einen Trampelpfad geschaffen haben – dort wo früher einmal die Forststraße verlief. Stellenweise kann man sich trotz des hohen Grases einigermaßen orientieren und der Trampelpfad ist gut sichtbar.

„Gut sichtbar“ ist vielleicht übertrieben. Aber zumindest erahnen kann man ihn manchmal.

Außerdem liegen auf ein paar Stubben Steine, die ein ganz kleines bisschen Orientierung bieten.

Aber dann gibt es auch viele Stellen, wo dieser Trampelpfad nur ganz schwer auszumachen ist.

Den Wendehammer habe ich nicht wiedergefunden. Noch im September 2019 war ich von ihm aus auf einer Rückegasse weitergegangen. Damals war alles gut sichtbar und verlaufen konnte man sich nicht:

Rückegasse nördlich des Wendehammers September 2019

Rückegasse nördlich des Wendehammers September 2019

2026 habe ich mich verlaufen und stand auf einmal irgendwo im Nirgendwo. Vermutlich war ich statt dem Trampelpfad einem Wildwechsel gefolgt. Nur mithilfe von OpenStreetMap habe ich den Trampelpfad wiedergefunden.

Auf den Fotos sieht alles ganz einfach aus: „Da ist doch ein Weg! Der ist doch gut zu erkennen!“ In Wirklichkeit aber ist es nicht so einfach. Steht man nur 5 m neben dem Weg im Gras, ist der Weg auf einmal verschwunden. Hinzu kommt, dass man schon viele km gewandert und viele hundert Höhenmeter bergauf gestiegen ist. Außerdem ist es heiß und möglicherweise ist man dehydriert. Dann ist vieles nicht so einfach.

Am Ende erreichte ich den Grenzsteig am nordöstlichen Zipfel des Hirschgesprengs.

Und von dort führt ein etwas besser zu erkennender Pfad durch den Wald hinüber in den Nationalpark Šumava. Notabene: Im Nationalpark Šumava wächst hier ein Wald und keine Grassteppe. Denn die Tschechen haben hier nach Kyrill eine riesige Windwurffläche nicht aufgearbeitet. Die Fläche war um ein Vielfaches größer als die nicht aufgearbeitete Fläche (F4 Distelruck) auf deutscher Seite direkt gegenüber.1siehe Unser Wilder Wald, Heft 21, Abb. S. 2 „Lokalita Jeleni Skok“ (zu deutsch die Örtlichkeit Hirschgespreng) Im Böhmerwald erneuerte sich der Wald großflächig, ohne Lücken und schnell.

Der Pfad endet auf einer asphaltierten Straße, die zum Polednik führt.

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