Antrag auf Kahlschlag am Wüstegarten durch Achim Frede

5. PNV

Das Foto zeigt den zur Kernfläche Naturschutz gehörenden Buchenwald westlich des Kahlschlags am Wüstegarten. Diese 17,6 ha große Kernfläche hat die Nummer 12.1 Das Foto wurde vom Höhenweg aus aufgenommen, der die Kernfläche im Südosten begrenzt. Deutlich wird auch, wie sanft der Hang des Bergrückens ansteigt. Von benachbarten Fichtenwäldern haben sich ein paar junge Fichten in den Buchenwald hinein verirrt, verkümmern dort aber wegen des Lichtmangels. In der Mitte steht eine schöner lebender Zunderschwammbaum. Links daneben liegt ein langer, dicker Totholzstamm.

PNV ist die Abkürzung für Potentielle Natürliche Vegetation. Wikipedia definiert PNV folgendermaßen:

„Als potenzielle natürliche Vegetation [..] bezeichnet man den Endzustand der Vegetation, den man ohne menschliche Eingriffe im jeweiligen Gebiet erwarten würde.“

Das Foto zeigt ebenfalls den zur Kernfläche Naturschutz gehörenden Buchenwald westlich des Kahlschlags am Wüstegarten. Es gibt hier ähnlich viele Felsbrocken wie auf dem Kahlschlag. Sie behindern das Wachstum der Buchen aber nicht. Die Rede von Block- und Schutthalden ist Unsinn. Der Reichtum an Moosen an den Stammfüßen fällt auf.

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon sieht es genauso:

„[Die PNV ist die] Vegetation, die sich bei den gegenwärtigen Standortbedingungen ohne den Einfluss des Menschen am Ende aller Entwicklungsstadien entwickeln würde.“2

Die potentielle natürliche Vegetation am Wüstegarten ist ein Buchenwald.

Das Foto veranschaulicht, dass es verfrüht und beschönigend wäre zu behaupten, die Kernfläche Natur sei „totholzreich“. Nur sehr vereinzelt liegen bereits dicke tote Buchenstämme herum wie auf dem Foto oben auf der Seite.

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  1. siehe die Karte und Tabelle des Forstamts Jesberg []
  2. Stinglwagner, Gerhard; Haseder, Ilse; Erlbeck, Reinhold: Kosmos Wald- und Forstlexikon, Stuttgart 52016, S. 622 []