„Nach einem bekannten Spaß bestätigen 97% aller Wissenschaftler, dass sie ihre Drittmittel gern behalten möchten.“
Prof. Stefan Homburg
Natürlicher Klimawandel und Rachel
In meinem letzten Artikel habe ich eine Vermutung darüber aufgestellt, was ein Nationalparkmitarbeiter nicht sagen darf:
„Es gibt hier eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf. […] Ich schätze, dass kein Nationalparkmitarbeiter sagen darf: ‚Der Klimawandel ist gut. Ohne Klimawandel keine warmen Jahre, kein Buchdrucker, kein Gartenrotschwanz.‘ Das kostet ihn vermutlich seinen Arbeitsplatz. ‚How dare You!‘„
Meiner Meinung nach gibt es eine zweite rote Linie, die ein Mitarbeiter des NP nicht überschreiten darf. Er darf nicht sagen:
„Der Klimawandel ist nicht menschengemacht, sondern natürlich.“
Wenn das eine der „200 Personen unterschiedlichster Fachrichtungen“ 1siehe Ansprechpartner in der NPV das sagt, riskiert er die Kündigung. Wahrscheinlich. Aber das ist nur meine private Meinung. Ich kann mich irren.
Möglicherweise reicht der Gruppendruck innerhalb der Verwaltung völlig aus. Vielleicht hat er noch nie davon gehört, dass der Klimawandel natürlichen Ursprungs sein kann. Nicht ausgeschlossen, dass er gar nicht versteht, was ich meine:
„Es ist schwierig, jemandem etwas verständlich zu machen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht!“ 2Upton Sinclair
Ich arbeite nicht in der NPV und drohe nicht, erwerbslos zu werden. Ich behaupte hier in aller Offenheit, dass ich den Klimawandel gut finde, weil er viele positive Folgen für den NP gehabt hat.3siehe z. B. Wenn der Borkenkäfer geht, kommt der Gartenrotschwanz Den Klimawandel leugne ich nicht, aber ich halte ihn für natürlich. Es ist nicht das vom Menschen produzierte CO₂, das ihn verursacht. Damit dürfte ich für die „200 Personen unterschiedlichster Fachrichtungen“ zwar verrückt oder ein Nazi sein, aber seit meiner scharfen Kritik an Wegerückbau und Wegsperrungen4siehe Nationalpark Bayerischer Wald – Sperrung großer Gebiete für Besucher gelte ich in der NPV vermutlich ohnehin als Auerhuhn-Killer.
Es versteht sich von selbst, dass sich sofort alles ändert, wenn der Klimawandel natürlichen Ursprungs ist. Dann ist auch alles natürlich, was am Rachel passiert ist: die warmen Jahre, die Borkenkäfermassenvermehrung, das Fichtensterben, das Totholz, die Auflichtungen, Vögel, Insekten, Pilze. Wenn der Klimawandel natürlich ist, macht es Sinn, Natur Natur sein zu lassen, denn dann – und nur dann – ist es wirklich die natürliche Dynamik, die geschützt wird.
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