Borkenkäfer am Rachel – natürliche oder menschengemachte Störung?

„Folgen des Klimawandels: Gletscherschwund, Rückgang des polaren Meereises, Tauen des Permafrosts, Eisschilde in Grönland und der Antarktis, Anstieg des Meeresspiegels, Änderung der Meeresströmungen, Wetterextreme, Auswirkungen auf Ökosysteme, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, Ausbreitung von Krankheiten“
S. Rahmsdorf, H. J. Schellnhuber

Menschengemachter Klimawandel und Naturerlebnis am Rachel

Wenn der Besucher des Rachels den menschengemachten Klimawandel ernst nimmt, dürfte sein Naturerlebnis empfindlich getrübt sein. So richtig erholsam und entspannt wird sein Aufenthalt dort nicht mehr sein.

Dafür drei Beispiele:

    1. Wenn der Besucher des Rachels den menschengemachten Klimawandel ernst nimmt, dann ist es dort der Natur nicht erlaubt, „sich [..] nach ihren ureigensten Gesetzen entfalten“.1Natur im NP BW Denn der Klimawandel gehört sicherlich nicht zu diesen „ureigensten Gesetzen“. Und „entfalten“ kann sich die Natur dort auch nicht. Vielmehr wird sie gezwungen, darauf zu reagieren, was der Mensch anrichtet. Unberührt ist die Natur am Rachel ganz gewiss nicht.
  1. Wenn der Besucher des Rachels den menschengemachten Klimawandel ernst nimmt, dann wandert er dort genau genommen durch ein Katastrophengebiet. Der Naturliebhaber mutiert zum Katastrophentouristen. Denn das Fichtensterben war ja Folge der Klimaerwärmung. Und die gilt gewöhnlich als eine Katastrophe. Als eine ganz fürchterliche Katastrophe. Als eine geradezu apokalyptische Katastrophe. Deshalb verwundert es, wenn die NPV2siehe Wenn der Borkenkäfer geht, kommt der Gartenrotschwanz offenbar darauf besteht, dass das Fichtensterben keine „ökologische Katastrophe“ ist. Will sie etwa behaupten, dass der Klimawandel für den Rachel keine Katastrophe ist? Dann läuft sie Gefahr, sich dem Vorwurf auszusetzen, sie verharmlose die Folgen des Klimawandels. Überall ist der Klimawandel eine Katastrophe, nur am Rachel nicht?
  2. Wenn der Besucher des Rachels den menschengemachten Klimawandel ernst nimmt, dann wird er an den vielen neuen Vogelarten dort oben (Gartenrotschwanz, Baumpieper, Wendehals, Neuntöter usw.) und auch an den seltenen Pilzen und Insekten keine rechte Freude haben.3ebd. Denn er wird im Hinterkopf haben, dass sie alle dort nicht vorkämen, wenn es keinen Klimawandel gäbe und die Borkenkäfer sich nicht massenhaft vermehrt hätten. Und die vielen toten Bäume dort oben werden nicht zulassen, dass er das vergisst. Streng genommen sind die neue Arten am Rachel Krisengewinnler. Auch die Sperrzone rund um Tschernobyl ist ein überraschend artenreicher Rückzugsraum für die Natur.4siehe Klaus Gestwa, Strahlende Landschaften, Aus Politik und Zeitgeschichte, 24.4.2026  

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