Hellerberg im Sauerland

Wild vor Wald

Wären es große Ratten, die den Wald verbeißen würden, das Problem wäre längst gelöst. Aber Rehe?

Bekannt ist das Problem spätestens seit 1971. Da lief am Heiligen Abend (!) zur besten Sendezeit Horst Sterns Dokumentation „Bermerkungen über den Rothirsch„. Geschehen ist seitdem – nichts. Horst Stern selbst hat darüber am Ende resigniert. Ab und an schwappt die Empörungswelle hoch – so z. B. in einem großen SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1983: „Für 100 Jahre und mehr verwüstet – Übertriebene Aufzucht von Rehen und Hirschen ruiniert die Wälder„. Aber dann legt sich die Aufregung auch ganz schnell wieder.

Auch Henning Peter, Auditor bei der GFA und zuständig für die alljährliche Überprüfung des FSC-Zertifikats für Wald-und-Holz-NRW regt sich nicht auf. Zwar schreibt das FSC-Prinzip Nr. 6.3.8 unmissverständlich vor: „Die Wildbestände werden so reguliert,  dass die Verjüngung der Baumarten natürlicher Waldgesellschaften ohne Hilfsmittel möglich wird.“ (Deutscher FSC-Standard, S. 15) Aber im Arnsberger Wald fällt ihm nur der sehr hohe „Anteil geschälter Bäume“ auf (Auditbericht, S. 12). Das Ganze ist dann auch nur ein Minor-CAR (Corrective Action Request) , d. h. wörtlich übersetzt eine „kleinere Aufforderung zu einer Korrekturmaßnahme“. Und da das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald „Maßnahmen … ergriffen“ und „detailliert dargestellt“ hat, „um die Sikkawildpopulation zu reduzieren“ (ebd.), werden zukünftige „Verbiss- und Schalschädensaufnahmen“ zeigen, dass die Maßnahmen „genügen“ und die „Situation“ sich „verbessert“ hat.

Eine der „Maßnahmen“ wird auf diesem Schild beschrieben:

Schild

 

Das „Netzgitter“ ist zwar leer, aber die „Ansamung“ der Fichte klappt schon mal:

huelle

 

Ich habe mich wegen der überhöhten Wildbestände beim FSC beschwert.

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