Klimawandel und Rachel – Was ein Nationalparkmitarbeiter nicht sagen darf

„Wenn der Borkenkäfer geht, kommt der Gartenrotschwanz.“
Müller/Simonis

Also waren die warmen Jahre in den 90ern gut

Eine Massenvermehrung des Buchdruckers ist ohne warme Jahre nicht möglich. Ohne Massenvermehrung kein Fichtensterben. Ohne Fichtensterben kein Gartenrotschwanz. Oder andersherum: Wer den Gartenrotschwanz am Rachel haben will, benötigt warme Jahre. Wie sonst hätten die „sehr lichten Lebensräume“, die er braucht, dort entstehen sollen? Mit der Motorsäge etwa?

Müller/Simonis haben keine Probleme damit, die Massenvermehrung des Buchdruckers auf die sehr warmen 90er zurückzuführen. Nie kämen sie auf die Idee, das zu bestreiten. Nie kämen sie auf die Idee, die Massenvermehrung allein auf den hohen „Holzvorrat der Fichte“ zurückzuführen, der „aktuell so hoch wie noch nie in den letzten 100 Jahren“ ist.

Aber sie kämen wahrscheinlich auch nie auf die Idee, zu sagen, die warmen Jahre seien gut gewesen. Obwohl sie genau das für Buchdrucker und Gartenrotschwanz waren. Sie sagen das deswegen nicht, weil es nur ein ganz kleiner Schritt von guten warmen Jahren zum guten Klimawandel ist. Und das – das muss auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Schon hier blinken die Alarmlampen im Kopf und die Gedankenpolizei wird aktiv.

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