Der Aufsatz „Gestörte Heimat“ und die Windkraft

Schluss – Fridays for Future

Der Aufsatz „Gestörte Heimat“ kann auch etwas erklären, was mir lange Zeit Kopfzerbrechen bereitete und was ich nicht verstanden habe: Fridays for Future. Denn ich war fast drei Jahrzehnte Lehrer, bis ich 2016 den schweren Fahrradunfall hatte. Und ich war sowohl Lehrer für Biologie als auch für Physik. In beiden Fächern habe ich in dieser Zeit immer wieder Unterrichtsreihen über den Klimawandel gemacht – auch zu der Zeit, als es noch gar nicht im Lehrplan stand und in den Schulbüchern nur auf einer Seite – wenn überhaupt. Das hat nie – wirklich nie – jemanden interessiert. Genau dasselbe gilt für Kraftwerke und Energieerzeugung. Das war regelmäßig Thema im Physik-Unterricht und auch das hat nie jemand interessiert. Regelmäßig ließ ich Schüler ausrechnen, wie viel CO2 beim Autofahren, beim Bahnfahren und beim Fliegen produziert wird. Auch das hat … richtig: nie jemanden interessiert. Nun gut – bis auf den Klassenstreber.

Windparks bei Meerhof (NRW)

Heute bin ich manchmal ganz froh, dass ich pensioniert bin, denn heute würde ich vermutlich richtig Ärger mit meinen Schülern bekommen – oder zumindest mit denen, die Freitags die Schule schwänzen. Denn ich würde sie beispielsweise ausrechnen lassen, wie groß die Fläche ist, die man für Windräder braucht, um Garzweiler II zu ersetzen.1Antwort: 1.000 km2, siehe Wie ist das mit der Kohle? Oder wie viele Windräder man braucht, um den Primärenergiebedarf von Deutschland zu decken?2Antwort: auf dem Meer eine Fläche von Schleswig-Holstein und an Land eine Fläche von Baden-Württemberg, siehe Harald Lesch. Und vermutlich würde ich mich nicht nur mit meinen Schülern anlegen, sondern auch mit empörten Eltern und einem entrüsteten Schulleiter. „Was für einen Sch… machen Sie da im Physikunterricht?“ Vielleicht übertreibe ich aber auch: Denn laut ARD-DeutschlandTrend zeigt sich die Mehrheit der Deutschen trotz des Trommelfeuers der Medien von Greta unbeeindruckt.

Windparks bei Meerhof (NRW)

Ich kann aber auch verstehen, warum Schüler des Gymnasiums in Zwiesel überhaupt nichts dagegen hätten, den NLP Bayerischer Wald mit Windrädern zu pflastern. Womöglich würden sie sogar Demonstrationen im benachbarten NLP Sumava planen, weil die Tschechen das nicht machen. Denn für Schüler gilt das, was Aschenbrand und Michler im Aufsatz „Gestörte Heimat“ über die Touristen schreiben:

„Das Gesehene wird [..] als Selbstverständlichkeit betrachtet und bleibt als solche weitgehend unhinterfragt.“3a. a. O., S. 164

Für junge Menschen sind Windräder eine Selbstverständlichkeit. Sie sind mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz groß geworden und haben Windräder so häufig gesehen, dass sie sie nicht mehr hinterfragen. Das ist ein Grund. Es gibt viele weitere.4siehe z. B. den Brendan O’Neill, In praise of the bands that said no to Greta Thunberg, THE SPECTATOR vom 13.8.2019

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