Knapp 1 Mio. Festmeter Käferholz im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald

Die KI von Google lügt. Auf die Frage „Wie viele fm Holz wurden im Falkenstein-Rachel-Gebiet von 1998 bis 2024 im Nationalpark Bayerischer Wald eingeschlagen?“ antwortet sie:

„Die Menge des eingeschlagenen Holzes ist daher vermutlich minimal oder nicht vorhanden.“

Wechselt man in den KI-Modus, erfährt man angeblich mehr:

Die KI von Google als erweiterte Pressestelle des Nationalparks:

„nicht möglich“, „Fokus auf Prozessschutz“, „Natur Natur sein lassen“, „auf Pufferzonen zu Privatwäldern konzentriert“, „Berichterstattung dynamisch“, „Holzeinschlag generell minimiert“.

Der Unterschied zwischen Google und X ist auffallend. Grok antwortet auf die Frage nach dem Holzeinschlag folgendes:

Grok hat recht: Die Verwaltung gibt tatsächlich jährliche Borkenkäfer-Bilanzierungen heraus – u. z. in den Jahresberichten. Die Zahlen für den Käferholzeinschlag im Falkenstein-Rachel-Gebiet lauten wie folgt:

JahrKäferholz (fm)
199824.702
199913.326
200011.709
20018.035
20021.355
20037.908
200424.877
200516.910
200611.149
20075.729
200847.583
2009113.533
2010140.326
201177.181
201218.154
201321.189
201413.846
201515.777  
201613.083
201725.800  
201822.500
201965.600
202060.800
202119.400
202238.700
2023114.400
202419.849

Um diese Zahlen richtig einordnen zu können, ist eine Zahl aufschlussreich, die Heurich/Baierl/Zeppenfeld nennen: Die „reguläre Nutzung“ im Falkenstein-Rachel-Gebiet durch das damals zuständige Forstamt Zwiesel lag 1996 –  also ein Jahr vor der Eingliederung in den Nationalpark – bei „knapp 17.000 fm“.1Heurich, M., Baierl, F. und T. Zeppenfeld (2012): Waldentwicklung im Nationalpark Bayerischer Wald in den Jahren 2006 bis 2011. Ergebnisse der Luftbildauswertung und Hochlageninventur. Berichte aus dem Nationalpark. Heft 8/12. Grafenau. 36 S., S. 18

Die Gesamtsumme beträgt dann: 953.421 fm. Knapp 1 Mio.. Grok liegt mit seiner Schätzung von 0,8 – 1,2 Mio. nicht schlecht.

Das ist allerdings nur das Käferholz. Hinzu kommt die sog. „Zwangsnutzungen“ nach Windwürfen und Schneebruch. Und dann natürlich das Holz aus dem Rachel-Lusen-Gebiet.

Hubert Demmelbauer, damals Vorsitzender der Bürgerbewegung zum Schutz des Bayerischen Waldes, sagte 2010 zu seinem ehemaligen Studienkollegen, Duzfreund und damaligem Nationalpark-Chef Karl-Friedrich Sinner:

„Wenn du damals Umweltminister Werner Schnappauf gesagt hättest, dass nach dem Kyrill-Windwurf dreimal so viel Holz geschlagen wird pro Jahr wie vorher im Bereich des gesamten Forstamtes Zwiesel bei regulärer Bewirtschaftung, dann hätte der gesagt: Du spinnst!“ 2Beim Nationalpark hört die Freundschaft auf, Grafenauer Anzeiger vom 2.10.2010

Siehe zum Thema auch meinen Artikel: Riesenkahlschlag am Lackenberg – u. a. mit genauen Zahlen zum Holzeinschlag nach Kyrill.