Der Fuchs im Hühnerstall: Prof. Dubbel

Fortsetzung – Dubbels Taschenspielertrick

In der Vergangenheit haben die Essener Förster die Baumfällungen immer damit begründet, dass dadurch die übrigen Bäume „verkehrssicher“ und „stabil“ würden. Es ist das zentrale Argument für die sogenannte „Waldpflege“. Dafür einige Beispiele (Hervorhebungen von mir):

Auf der Webseite Waldpflege Baldeney-Wald steht zu lesen :

Es ist jedoch so, dass der Wald überaltert ist und viele der Bäume entsprechende Alterserscheinungen wie z. B. morsche Äste oder faule Stämme aufweisen. Kleinflächig sind bereits Zusammenbrüche des Baumbestandes zu beobachten. … Durch die Pflegemaßnahmen sollen zwei wichtige Dinge erreicht werden. Erstens ist ein dauerhaft verkehrssicherer Zustand aller Wege angestrebt. Die Waldbesucher sollen vor umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen geschützt werden. Zweitens soll der gesamte Waldbestand durch eine Entwicklung zu einem „Erholungs-Dauerwald“ gesichert und stabilisiert werden.

Im Interview mit der WAZ am 19.11.2007 begründet Dubbel unter der Überschrift „Baum ab? Ja bitte!“ die Baumfällungen so:

„Sein Konzept sei auch Klimawandel-tauglich. … Warum sind mehr Baumfällungen als bisher notwendig? Wenn es so weiterginge, …würden sehr viele Bäume unkontrolliert zusammenbrechen, da sie sich durch das dichte Zusammenstehen gegenseitig schwächen.“

In der WAZ vom 29.10.2007 verkündet Forstamtschef Haering:

„In den städtischen Wäldern sollen künftig weniger Bäume als bisher stehen.  Auch wenn es paradox klingt: Das kommt der Natur zu Gute und schützt bei Stürmen in ‚Kyrill‘-Stärke. Eine geringere Baumdichte … (führe zu) einem Wald, der durch Orkane wie Kyrill nicht mehr zu Kleinholz zerlegt werden kann”.

Im Interview mit Bürgerreporterin Sabine Pfeffer betont Dubbel am 4.5.2013:

„Die Alleinherrschaft soll er (= die Buche, F.-J. A.) aber nicht bekommen, vielmehr wünschen sich Bürger wie Forstleute eine möglichst hohe Artenvielfalt. Die ist zum Beispiel auch sturmfester als Monokulturen es sind.“

In Reaktion auf meine Anzeige kommt Prof. Dubbel eigens aus Göttingen angereist und erklärt der WAZ am 26.6.2013:

„Förster … hielten Ausschau nach zukunftsfähigen Bäumen … und blickten überhaupt über Jahre oder Jahrzehnte voraus.“

Förster Armin Wuttke begründet die Baumfällungen in der WAZ am 21.2.2014 so:

„Wir sorgen für Ordnung und stabilisieren damit den Restbestand.“

Unvergessen auch der Auftritt von Walburga Isenmann (CDU) in der Sitzung des Umweltausschusses am 2.7.2013. Sie lobte das Forstamt, weil sie sich im Essener Stadtwald sicher fühlen könne: Dort würden ihr – im Gegensatz zu den privaten Essener Wäldern – keine Äste auf den Kopf fallen: Für ihre Sicherheit sorge Grün-und-Gruga.

Und auch die Grünen waren noch 3 Wochen vor Ela in ihrer Stellungnahme zu den Baumfällungen im Lührmannwald überzeugt:

„Eine Entnahme von eng stehenden Bäumen als Kronenkonkurrenten ist auch sinnvoll, um Altbäume zu stabilisieren und gegen Starkwinde zu schützen, die in Folge des Klimawandels weiter zunehmen.”

Die Essener Forstpartie hat sich samt ihres wissenschaftlichen Beraters Dubbel gründlich blamiert. Ihnen gehen die Argumente für Baumfällungen aus: Das Forstamt erwirtschaftet trotz der gestiegenen Holzverkäufe große Verluste. Und sturmsicher wird der Wald dadurch auch nicht. Man darf gespannt sein, welche Gründe sich Dubbel als nächstes einfallen läßt, damit in Essen weiterhin die Motorsägen kreischen können. Sollte er weiterhin behaupten, unbewirtschaftete Buchenwälder seien artenarm (siehe Baum ab? Ja bitte!, WAZ am 19.11.2007), verliert er den letzten Rest an Glaubwürdigkeit.

 

Nach oben
Zurück zur Einleitung