Der Fuchs im Hühnerstall: Prof. Dubbel

Workshops: Bürgerbeteiligung als Farce

In Essen hat es schon einmal eine sogenannte „Bürgerbeteiligung“ gegeben. Ich betone ausdrücklich „sogenannte“, weil ich diese Art der Beteiligung für eine Farce halte. In den Jahre 2006 – 2009 fanden mehrere Workshops statt. Die Angaben dazu im Forstbetriebsplan auf den Seiten 2 und 31 sind unklar und widersprüchlich: Wie viele Workshops es waren, wie lange sie dauerten und wer teilgenommen hat, wird verschwiegen. Die Protokolle werden nicht veröffentlicht. Eingeladen waren damals angeblich NABU, BUND, Bezirksvertreter, die Untere Landschaftsbehörde, die Jäger usw. usf. Jede gesellschaftliche Gruppe, die ein Interesse am Essener Stadtwald hat, war angeblich mit 2 Teilnehmern vertreten. Welche Gruppe teilnahm, das entschied Grün-und-Gruga.

 

Die Leitung der Workshops hatte Herr Dubbel. Andere Experten mit abweichenden Meinungen wurden nicht eingeladen: Es ist undenkbar, dass Grün-und-Gruga Herrn Wohlleben aus Hümmel, Herrn Müller aus Saarbrücken, Herrn Levin aus Göttingen oder Herrn Sturm aus Lübeck als Workshopleiter einladen würde. Das Ergebnis der Workshops war das Konzept des Erholungsdauerwalds (siehe Forstbetriebsplan, S. 33 – 35 und Bürgerwald der Stadt Essen – Erholungsdauerwald nach Prof. Dubbel als Leitbild). Dieses Konzept war nicht das Ergebnis eines offenen Beratungsprozesses, sondern stand von vornherein fest. Es ist verräterisch, dass das Leitbild der „Erholungsdauerwald nach Prof. Dubbel“ ist.

Nun sollen „ab der 48. Kalenderwoche“ (Haering) schon wieder Workshops stattfinden. Jede Initiative soll zwei Vertreter entsenden dürfen. Die Initiativen werden vom Forstamt ausgewählt. Die Teilnehmerzahl sollte am Ende „35 – 45 Personen“ nicht übersteigen, damit die Gruppe „arbeitsfähig“ (Dubbel) bleibt. Die Leitung soll wieder Dubbel übernehmen. Ich habe daran folgende fünf Kritikpunkte:

  1. Das letzte Konzept hat versagt. Schließlich sollte es “die .. höchste Sicherheit … gegenüber .. klimatischen … Einflüssen” (Bürgerwald der Stadt Essen) bieten. Wenn aber schon das letzte Konzept nichts getaugt hat, warum soll unter Leitung des dafür verantwortlichen Experten ein neues verfasst werden?
  2. Herr Dubbel ist nicht neutraler Moderator, sondern steht auf der Seite des Forstamts. Er hat seine uneingeschränkte Solidarität mit Haering in 2013 nicht widerrufen und hat keinen einzigen Fehler eingeräumt.
  3. Dubbel als parteiischer Moderator, Dubbel als Experte, Initiativen, die vom Forstamt ausgewählt werden und zu denen auch die Jäger und die Brennholznutzer gehören sollen. Womöglich werden auch noch Holzerntemaschinenhersteller, Forstunternehmer, Sägewerksbesitzer, Spanplattenfabrikanten, Pellethersteller und Vertreter des Essener Biomassekraftwerks eingeladen! Und am Ende darf man dann froh sein, wenn der Holzeinschlag von 8.000 m³ jährlich nicht noch erhöht wird!
  4. Auf den Workshops würden Kritiker von Dubbel unweigerlich in die Rolle von Querulanten hineinrutschen: „Ihr habt doch immer was zu meckern!“, „Ihr habt doch keine Ahnung!“, „Seid endlich still, wir wollen weiterkommen!“, „Ökospinner!“, „Hört mit der Laberei auf!“ Viele Teilnehmer würden sich automatisch mit dem identifizieren, der die Macht vertritt und mit der Autorität des Professors auftritt: Dubbel.
  5. Dubbel war in den vergangenen Workshops wie ein Fuchs im Hühnerstall. Er ist ein sehr manipulativer Mensch: „In dem zweiten Workshop sollten die Teilnehmer .. entscheiden, welche Bäume gefälllt werden sollten … Auf Exkursionen wurden die betreffenden Bäume gemeinsam ausgewählt.“ (Kommunalwaldbroschüre des NABU, S. 19). Das heißt: Ein einziger Workshop hat beim letzten Mal ausgereicht, um die Teilnehmer dazu zu bringen, selbst Bäume zur Fällung auszuzeichnen. Zum einen erzeugte Dubbel einen Gruppendruck: Die Bäume wurden „gemeinsam“ ausgewählt. Zum anderen überredete Dubbel die Teilnehmer, dies machen zu müssen, um „einen strukturreichen ‚Erholungs-Dauerwald‘ mit stabilen Einzelbäumen zu erreichen“. Das Ganze erinnert an das berühmte Milgram-Experiment. Die „Einzelbäume“ waren am Ende übrigens so „stabil“, dass sie Pfingststurm Ela zu Hunderten umgeworfen hat.

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