Der Fuchs im Hühnerstall: Prof. Dubbel

Dubbel stellt die falschen Fragen

Dubbel präsentierte eine Fülle von Fragen, die „in mehreren Bürgerworkshops besprochen und geklärt werden sollen“ (Zitat aus der Powerpointpräsentation). Einige davon hören sich richtig gut an. Fast mochte man meinen, Dubbel habe sich vom Saulus zum Paulus bekehrt und stehe auf Seiten der Bürgerinitiative. Dies aber ist eine gezielte Täuschung Dubbels. Denn seine Antworten stehen von vornherein fest. Zwei Beispiele:

  • „Sollen im Stadtwald in Zukunft überhaupt noch Bäume gefällt werden?“ Sie dürfen darauf wetten, dass Dubbel diese Frage bejaht.
  • „Hilft sich der Wald nicht sowieso selbst am besten?“ Natürlich nicht, denn sonst wären Förster ja überflüssig! In ihren Augen ist der Wald immer ein Pflegefall, dem es gilt „auf die Sprüge zu helfen“.

Andere Fragen sind Suggestivfragen: „Wie viel Waldwildnis verträgt der Essener Wald?“ Unter „Waldwildnis“ verstehen Ökologen einen Wald, der unter Totalschutz steht und in dem folglich kein Baum mehr gefällt wird. Ein solcher Wald entwickelt sich über Jahrhunderte zu einem Urwald zurück. Dubbels Frage aber suggeriert, Waldwildnis sei eine Last und Bürde, die „der Wald“ zu „vertragen“ habe. So als sei Wildnis etwas, was „der Wald“ von sich aus gar nicht wolle und was ihm von außen aufgezwungen werden müsste. Als gäbe es ein Zuviel an Wildnis, das der Wald dann nicht mehr „verträgt“. Das ist natürlich alles grober Unfug! Richtig gestellt müsste die Frage lauten: „Wie viel Waldwildnis läßt das Fortamt zu?“ Auch diese Frage ist längst beantwortet: 8,7 % (siehe Forstbetriebsplan, S. 43)

 

„Warum nicht den gesamten Wald stilllegen?“ Sieht man einmal davon ab, dass nicht der Wald „stillgelegt“ würde, sondern lediglich die Motorsägen, sind auch die Antworten Dubbels auf diese Frage zur Genüge bekannt: Der Buchenwald sei artenarm. Der Buchenwald sei ein Hallenwald. Der Buchenwald sei überaltert. Alte Buchenwälder brechen zusammen. Usw. etc. pp. (siehe Kritik am Erholungsdauerwald von Dubbel). Den gesamten Stadtwald „stillzulegen“ ist für Dubbel undenkbar. Es ist keine echte Frage, die im Workshop ergebnisoffen diskutiert werden könnte. Dubbel würde die Fragen nicht wie versprochen „klären“, sondern er würde den Teilnehmern seine Antworten erklären. „Besprechen“ würde er die Fragen so, wie ein Mathematiklehrer Aufgaben bespricht.

Die Frage „Sollen alle Wege wieder freigeräumt werden?“ ist rhetorisch: Natürlich nicht, denn das Wegenetz ist auch in den Augen von Dubbel zu dicht. Die Frage: „Soll der Wald unbegehbar bleiben?“ ist einfach nur doof.

Selbst Fragen wie „Welche Anforderungen und Wünsche haben die Bürger aktuell an ihren Stadtwald?“ sind nicht ehrlich gemeint, denn egal, was die Bürger wollen: Am Ende präsentiert Dubbel immer seinen Erholungs-Dauerwald als Lösung. Dieser heißt im übrigen nicht zufällig so: Denn bei allen repräsentativen Umfragen zum Wald rangiert der Wunsch nach Erholung immer mit weitem Abstand vorne.

 

Nach oben
Zurück zur Einleitung
Nächste Seite: Dubbels Taschenspielertrick