Märzenbecher plattgemacht

Die Märzenbecherblüte in den Rückegassen im März 2019

Vorbemerkung

Beim Streit um die Rückegassen am Schweineberg ging es nicht um Rückegassen und Bodenschäden im Allgemeinen. Es ging nicht um Rückegassenabstände oder Rückepferde. Es ging immer und ausschließlich um die plattgemachten Märzenbecher. Wenn ich also weiter unten behaupte, dass die Schäden am Märzenbecher nicht so schlimm waren wie im Januar 2018 befürchtet oder behauptet, dann möge man mir nicht vorhalten: Ja, aber die Bodenschäden! Ja, aber man hätte doch Rückepferde einsetzen können! usw. usf. etc. pp. Über Bodenschäden durch Forstmaschinen habe ich an anderer Stelle sehr viel geschrieben: siehe z. B. Bodenzerstörung am Schlehenkamp oder Schlammcatchen mit Borkenkäfern. Eine ganz hervorragende aktuelle Publikation zum Bodenschutz finden Sie auch im 8. Kapitel der Broschüre Handlungsleitfaden – Biodiversität im Wirtschaftswald, herausgegeben vom saarländischen Umweltministerium. Aber noch einmal: Es geht in diesem Artikel um die Schäden am Märzenbecher. Und die sind nicht so schlimm. Das hat mich selbst überrascht und das mag einigen Waldschützern auch nicht in den Kram passen, aber das ist so. Und nein, dieser Artikel wurde nicht von der Firma John Deere gesponsert! Und nein, die vielen Fotos weiter unten sind keine Fotomontagen!

Im März 2019 besuchte ich den Schweineberg. Ich wollte mir die „beträchtlichen Schäden“ ein Jahr nach dem  „schwere Malheur“ („Märzenbecher plattgemacht“, DEWEZET vom 12.1.2018) anschauen. Was war aus den „massiven Bodenverletzungen“ (Herr Mros, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt, Mitteilungsvorlage Holzerntemaßnahmen im Naturschutzgebiet „Schweineberg“) geworden? Ich erwartete, dass der Märzenbecher in den „tiefen Fahrspuren“ (Mros) der Rückegassen nicht blühen würde. Schließlich lagen dort „in großer Stückzahl beschädigten Märzenbecherzwiebeln“ (Mros). Und tatsächlich lassen sich Rückegassen finden, die dieser Erwartung entsprechen:

Die „erheblichen Bodenschäden“ (Ralf Hermes, Brief an die Stadtverwaltung vom 11.1.2018) entsprechen am ehesten dem Spurtyp 2: „Plastische Verformung, deutliche Eintiefung“:1

Dummerweise gibt es auch Rückegassen, wo der Märzenbecher das Befahren offenbar besser vertragen hat und an vielen Stellen auch mitten in der Fahrspur wächst:

Überhaupt scheint der Märzenbecher hart im Nehmen; schwere Holzstämme an einem Holzlagerplatz scheinen ihm wenig auszumachen.

Und vollends verrückt wird es in den alten Rückegassen nördlich des Kammwegs;2 dort blüht der Märzenbecher überall.

Wenn die Märzenbecher dort „plattgemacht“ werden, dann durch Spaziergänger und nicht durch „schweres Gerät“ von Forstarbeitern:

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  1. siehe Bodenschutz beim Forstmaschineneinsatz – Merkblatt 22 der der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Dezember 2012, S. 2 []
  2. siehe die Karte von Ralf Hermes im Brief an die Stadtverwaltung vom 11.1.2018 []