Märzenbecher plattgemacht

Die Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Hameln am 30.1.2018

Der Umweltausschuss der Stadt tagt am 30.1.2018. Die UNB hat für die Sitzung eine sogenannte Mitteilungsvorlage erstellt: Holzerntemaßnahmen im Naturschutzgebiet „Schweineberg“. Anlage zur Vorlage sind eine genaue Karte zum Ort der Schäden und drastische Fotos. Die Behörde ist nicht amüsiert:

„Die Untere Naturschutzbehörde hat aus diesem Grund ein ordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet. […] Hierzu wird zum einen die aus dem Jahre 1947 stammende, veraltete Schutzgebietsverordnung ebenso auf den Prüfstand gestellt wie die mögliche Erarbeitung eines Bewirtschaftungskonzeptes für das Naturschutzgebiet […].“

Umso ernüchternder ist dann das Protokoll der Sitzung. Das Protokoll der Aussprache umfasst nicht einmal eine halbe DIN-A4-Seite. Offenbar haben nur vier Personen etwas zu sagen:

  1. Hermann Aden, Erster Stadtrat (EStR) und stellvertretender Oberbürgermeister, weiß zu berichten, dass es die jetzige Märzenbecherfläche ohne die Forstwirtschaft gar nicht gäbe.
  2. Herr Heise weist alle Schuld von sich auf den Forstunternehmer.
  3. Herr Wilde, Leiter des Fachbereichs V (FBL 5) Umwelt und technische Dienste stellt klar, dass Forstwirtschaft im Naturschutzgebiet erlaubt ist.
  4. Die stellvertretende Ausschussvorsitzende Frau Schultze hat das letzte Wort: Sie bittet um einen Abschlussbericht.

Ein Beschluss wird nicht gefasst. Hermes nimmt als beratendes Mitglied für das Natur- und Umweltschutzzentrum Hameln an der Sitzung teil. Seine oben erwähnten Fragen wurden bereits in der Pressemeldung und der Mitteilungsvorlage erschöpfend beantwortet. Mit einer Ausnahme: Über Geld spricht man nicht.

Er meldet sich erst in der nicht-öffentlichen Sitzung zu Wort, für die es kein Protokoll gibt:

„Hier kommt es nicht darauf an, dass markige Sätze in den Medien stehen, sondern viel mehr dass die Stadt ihre Lehren aus dem Geschehen zieht, damit es nicht noch einmal so passiert.“1

Markige Sätze in den Medien – darauf kommt es dem BUND-Kreisvorsitzenden nicht an. Der Schweineberg ist nicht der Hambacher Forst. Für Hermes ist es die letzte Sitzung des Umweltausschuss:

„Das war es für mich. Ich habe gerade eben meine Mandatsaufgabe als beratendes Mitglied versandt.“2

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  1. Verlaufsbericht Umweltausschussitzung 30.01.2018 []
  2. ebd. []