Kahlschläge zwischen Plessenburg und Meineckenberg

Oberer Gebbertsberg – Buchenpflanzungen

Mitten auf dem Westhang des Oberen Gebbertsbergs wurden in schnurgeraden Reihen Buchen gepflanzt. Die Nationalparkverwaltung hält diese Försterkunstprodukte ernsthaft für eine „ökologische Aufwertung in der Naturentwicklungszone“.1

Robert Musil hatte für diese „Bretterreihen […], die oben mit Grün verputzt sind“, nur Hohn und Spott übrig:

„Ein deutscher Wald ist seiner Pflicht bewusst, daß man von ihm singen könne: Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben, solang‘ noch meine Stimm‘ erschallt! Der Meister ist ein Forstmeister, Oberforstmeister oder Forstrat, und hat den Wald so aufgebaut, daß er mit Recht sehr böse wäre, wenn man darin seine sachkundige Hand nicht sofort bemerken wollte. Er hat für Licht, Luft, Auswahl der Bäume, für Zufahrtswege, Lage der Schlagplätze und Entfernung des Unterholzes gesorgt und hat den Bäumen jene schöne, reihenförmige, gekämmte Anordnung gegeben, die uns so entzückt, wenn wir aus der wilden Unregelmäßigkeit der Großstädte kommen.“2

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  1. siehe Bucheckern-Ernte für die Waldentwicklung im Nationalpark Harz []
  2. Robert Musil, Wer hat dich, du schöner Wald …?, in: Nachlass zu Lebzeiten, 1936 []