Pseudotransparenz statt Verbot
Liest man die unzähligen PR-Meldungen über „Erfolg“ auf Twitter, Facebook und der Greenpeace-Homepage könnte man tatsächlich irrtümlicherweise annehmen, dass Lidl das Tierleid der Schweine beendet und die „die teils unwürdigen Haltungsbedingungen“1„Wir werden genau hingucken“, Untertitel Bild 5 und die „qualvolle Stallhaltung“ abschafft. Aber das ist nicht der Fall. Schaut man genauer hin, dann sieht der „Erfolg“ laut Töwe nämlich so aus:
„Lidl startet eine Transparenzinitiative, die sich sehen lassen kann. Der Lebensmitteldiscounter hat [..] angekündigt, das gesamte Frischfleisch […] mit einer 4-stufigen Haltungskennzeichnung […] zu versehen.“2„Wir werden genau hingucken“
Lidl findet die „Haltungskennzeichnung“ genauso großartig wie Greenpeace:
#Haltungskennzeichnung auf einen Blick: Ab April kennzeichnet #Lidl als erster Händler alle Frischfleischprodukte der #lidlde-Eigenmarken mit dem Lidl-Haltungskompass #Tierwohl #Transparenz https://t.co/xWgOedY3Pu pic.twitter.com/79PrmzQggN
— Lidl Deutschland (@lidl) 1. Februar 2018
Diese „Transparenzinitiative“ ist für Töwe „ein großer Schritt in die richtige Richtung“. Denn:
„Endlich können Verbraucher bewusst wählen, weil sie wissen, wie die Tiere gehalten wurden.“3ebd.
Das war „eine der Kernforderungen der Greenpeace-Kampagne“: nicht etwa ein gesetzliches Verbot der Massentierhaltung, sondern ein „Haltungskompass“ und „mehr Transparenz“. Typisch ist die Forderung an die Bundesregierung:
„Die nächste Bundesregierung muss endlich auf den Wunsch der Verbraucher nach mehr Transparenz und besserer Tierhaltung reagieren und eine Kennzeichnungspflicht auflegen. Andernfalls droht ein unübersichtlicher Label-Dschungel, in dem Verbraucher leicht getäuscht werden können. „4ebd., Hervorhebung von F.-J. A.
Statt staatlicher Gesetze für eine verbesserte Tierhaltung wird eine „Kennzeichnungspflicht“ gefordert.
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