Kürzlich schickte mir ein Leser eine E-Mail und machte mich auf ein Video der Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald aufmerksam. Es ginge über das Waldschmidthaus und den Wald dort, und das sei doch auch ein Thema von mir gewesen. Nun, es stimmt: Ich habe mich ausführlich mit dem sonderbaren Wald rund um Waldschmidthaus und Rachel beschäftigt.1Von Wüsten und Waldsteppen am Rachel und Waldsteppen am Rachel Aber bis in den Bayerischen Wald sind es 700 km – allein das Benzin für Hin- und Rückfahrt kostet rd. 200 €. Das ist zu teuer für Waldsteppen und Wüsten. Zum Naturwald Lange Wande dagegen sind es nur 10 km, und dort blüht zurzeit der Bärlauch: ein großes – einige würden vielleicht sogar sagen, ein riesiges – weißes Blütenmeer. Wenn ich wählen kann zwischen Waldsteppe und Bärlauchblüte, wähle ich Letztere. Waldsteppen sind überbewertet. Nationalparks auch.
Iran-Krieg, Tag 54. Super E10 2,04 €. Das achte Kapitel meines Artikels über den Naturwald Lange Wande ist fertig. Thema ist die Bärlauchblüte am Südhang.
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Im Gebiet um den Rachel herrschen lückige Fichtenhochlagenwälder mit einem hohen Totholzanteil vor. Von Waldsteppe keine Spur! Von großem Interesse dürften die gerade veröffentlichten Ergebnisse der Waldinventur sein, die ich Ihnen sehr empfehlen darf.
Bei den Wäldern um den Rachel handelt es sich um natürliche Fichtenwälder. Das Störungsereignis (Borkenkäfer) traf diese Wälder später als die Fichtenhochlagenwälder am Lusen. Deshalb ist die Verjüngung noch lückiger.
Die sog. Waldsteppe liegt nordwestlich vom Rachel im Erweiterungsgebiet des Nationalparks z.B. am Lakaberg. Dies ist die Folge einer politischen Entscheidung durch den damaligen Umweltminister Schnappauf, den Borkenkäfer in den Hochlagen des Erweiterungsgebietes zu bekämpfen. Aber auch hier zeigen sich erste Ansätze von Naturverjüngung aus Fichte und Vogelbeere. Die Störungen haben u.a. dazu geführt, dass sich der hochbedrohte Auerhuhnbestand prächtig erholt hat.
Die neue Waldinventur zeigt, dass die Buche mittlerweile die vorherrschende Baumart ist, gefolgt von der Fichte. Und der Tannenanteil hat erfreulicherweise deutlich zugenommen, obwohl auf 75 Prozent der Fläche keine Regulierung des Schalenwildes stattfindet. (Dafür sind Luchs und Wolf auf der Fläche.)
Mfg
Michael Held