Eichennaturverjüngung am Schloteberg im Harz

Kein Zaun, keine Schutzhüllen

Der Lärchenwald am Schloteberg ist abgestorben, aber überraschenderweise wurden die toten Bäume nicht gefällt und abtransportiert: sie stehen alle noch da, obwohl der Schloteberg nicht zum Nationalpark Harz gehört. Dieser beginnt erst ein paar km weiter westlich.

links vom großen linken Dürrständer im Vordergrund eine Eiche, rechts davon eine Buche, genau in der Mitte zwischen den beiden großen Dürrständern eine Vogelbeere im Hintergrund

Der Nordhang ist Stadt-, der Südhang Landeswald; die Grenze verläuft genau auf dem Kamm.1Der Hinweis stammt von Cornelius Meyer-Stork. Der Wald ist nicht nur kein Nationalpark, er ist auch kein FFH-  und auch kein Naturschutzgebiet.2siehe Schutzgebiete in Sachsen-Anhalt – Interaktive Karte Und doch kann man hier etwas sehen, was sehr selten und durchaus schutzwürdig wäre: Naturverjüngung von Eichen ohne Zaun und ohne Schutzhüllen.

mehrere ganz kleine junge Eichen direkt neben dem Weg

Dies ist sehr ungewöhnlich in Deutschland: Denn Eichen sind sehr verbissempfindlich und gelingt die Naturverjüngung ohne Zaun und ohne Schutzhüllen, dann sind die Wilddichten niedrig und die Jagd stimmt. Selbst in Forstbetrieben, wo die Jagd als mustergültig gilt wie im Forstbetrieb Fürstenberg-Brabecke, war es für Lucas von Fürstenberg nicht ganz so einfach, mir als Besucher junge Eichen zu zeigen.3siehe Eichen und Dauerwald Und auch im Musterrevier des Ökologischen Jagdverbands NRW in Rommersberg entdeckte ich erst nach langem Suchen nur ein paar wenige sehr junge, sehr kleine Eichen.4siehe Telefonat mit Frank Christian Heute, Vorsitzender des ÖJV NRW Vor diesem Hintergrund wird meine große Überraschung am Schloteberg verständlich. Hier waren es viele Eichen und in allen Größen und sie waren überall sichtbar. Deutlich sichtbar. Ohne Fernglas.

junge Eichen in drei verschiedenen Größen, deutlich sichtbar, zwischen den beiden Eichen vorne eine kleine Vogelbeere

Alle Eichen waren gesund. Nicht eine hatte Mehltau.

drei Eichen, 3-4 m hoch, dunkelgrün, links im Mittelgrund

Wenn schon verbissempfindliche Eichen sich natürlich verjüngen, dann natürlich auch andere typische Pionierbäume wie z. B. Bergahorn, Vogelbeeren und Vogelkirschen. 

im Hintergrund: Vogelbeere mit roten Früchten rechts neben vitaler Lärche in der Mitte, rechts vorne große Hasel

Nach oben
Zurück zur Einleitung
Nächste Seite: Megagefahrenbäume direkt am Weg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert