Windwurf nach Durchforstung im Virchow-Wald

Falsche Zahlen im Forstbetriebsplan

Die Zahlen im Forstbetriebsplan zum Holzvorrat und Zuwachs können nicht stimmen:

  • 2002 sollen angeblich 590 FM Holz auf der Fläche gestanden haben. Zum Zeitpunkt der Durchforstung wären es 90 FM mehr gewesen, weil pro Jahr 9 Fm dazugekommen wären. So betrug der Holzvorrat vor der Durchforstung also insgesamt 680 Fm.
  • Bei der Durchforstung im Februar 2012 wurden 238 Fm entnommen. Folglich hätten danach noch 442 Fm Holz im Virchow-Wald stehen müssen.
  • Bis zum Pfingststurm am 9. Juni 2014 wuchs wieder etwas Holz nach: Nach der Durchforstung war der Zuwachs nicht mehr ganz so groß: schätzungsweise 6 Fm pro Jahr. Also hätten laut Forsteinrichtung vor dem Sturm ungefähr 454 Fm Holz auf der Fläche stehen müssen.

Beim Abräumen des Windwurfs kamen aber nur 236 Fm zusammen. Wo ist der Rest von 218 Fm? Zwar stehen am Rand noch ein paar einzelne Bäume, die der Sturm nicht geworfen hat. Aber das sind bestenfalls 100 Fm. Der Holzvorrat wurde also bei der Waldinventur mindestens um 100 Fm zu hoch angesetzt.

 

Forstmann Karl-Friedrich Weber kritisiert denn auch die Angaben zum Kronenschlussgrad:

„Einen Schlussgrad von angeblich 1,3 kann man ohnehin nicht einschätzten, bestenfalls 1,1. 1,3 würde bedeuten, dass sich die Kronen um ein Viertel überlappt hätten, sehr unwahrscheinlich. Somit ist wahrscheinlich auch der geschätzte Massenansatz falsch und damit auch die angemessene Höhe des Hiebssatzes.“ (Email vom 10.9.2014)

Die falschen Zahlen der Forsteinrichtungen haben Methode: Der pensionierte Forstoberrat Richard Koch schreibt in einem empörten Leserbrief an das Holzzentralblatt vom 10. Januar 2014, dass es bei den Betriebsinventuren der letzten Jahre „reiner Zufall“ ist, „würde außer der Jahreszahl eine weitere Zahl stimmen.“ Weil „Vorrat und Zuwachs … häufig zu hoch ‚berechnet'“ wurden, werden „Übervorräte abgebaut, die praktisch nicht vorhanden waren.“ (Leserbrief vom 10. Januar 2014).

 

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