Die jungen Buchen unter toten Fichten
Mitten im Naturwald gibt es eine Fichtenfläche: Sie ist 0,66 ha groß und die Fichten sind 110 Jahre alt.
Karte des NWE-NI Infoportals
Das ist nicht die ganze Wahrheit, denn viel älter als 110 Jahre sind die Fichten nicht geworden. Der Borkenkäfer hat sie gefressen.
Niemandem ist das aufgefallen. Auch um die Wiederbewaldung der Kalamitätsfläche hat sich niemand gekümmert. Denn:
„Naturwälder […] sind Waldgebiete, die ihrer natürlichen Entwicklung ohne direkte menschliche Eingriffe überlassen werden.“1NW-FVA NwInfo – Start
Wenn die Kalamitätsfläche jemandem aufgefallen wäre, hätte man folgendes machen können:
„Ihre natürliche Entwicklungsdynamik wird erforscht, um daraus Rückschlüsse für die Waldbehandlung und den Naturschutz zu ziehen.“2ebd.
Leider wurde die natürliche Entwicklung nicht erforscht und auch Rückschlüsse für die Waldbehandlung wurden nicht gezogen. Das ist bedauerlich.
Ich fürchte allerdings, dass, selbst wenn Rückschlüsse gezogen worden wären, hätten viele Experten eingewandt, dass dies nicht zulässig sei. Die Verhältnisse am Schrabstein seien ein spezieller Sonderfall und die Ergebnisse nicht übertragbar. Und deswegen müsse man alles ganz anders machen. Richtig müsse man es machen und wie das geht, das erklärt dann das Team des Thünen-Instituts: Wiederbewaldungsstrategien für Kalamitätsflächen im Klimawandel.3Björn Seintsch, Lydia Rosenkranz, Gundula von Arnim und Team, AFZ-DerWald 24/2024, S. 36 – 39 Die Prognosen gehen bis in das Jahr 2211. Das ist sportlich.
Die Natur am Schrabstein setzt ausschließlich auf Buche und Bergahorn. Vermutlich macht sie alles falsch.
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