Verbissene Buchensetzlinge am kahlgeschlagenen Perlenbach

Kahlschlag und Windwurf

Für den Kahlschlag und den Windwurf, die ich Ihnen auf dieser Seite zeigen will, ist das LIFE-Projekt nicht verantwortlich. Zuständig dafür ist das Forstamt der Stadt Monschau, denen die Wälder der Talhänge gehören. Die Bilder verdeutlichen aber, in welchem Umfeld das LIFE-Projekt stattgefunden hat.

Kahlschlag

Das folgende Panorama-Foto zeigt Ihnen einen ca. 3 ha großen Kahlschlag östlich des Perlenbachs. Es ist 2,3 MB groß. Klicken Sie auf das Foto, vergrößern Sie es mit der Lupe, wählen Sie die Vollbildansicht (Ansicht – Vollbild, Taste F 11) und scrollen Sie mit den Bildlaufleisten durch das Bild:

Kahlschlag_Perlenbach_1

 

Förster Klaus Jürgen Schmitz von der Stadt Monschau wird Ihnen übrigens erzählen, dass es sich hierbei überhaupt nicht um einen Kahlschlag im juristischen Sinne handelt. Denn über 65 % der Fläche sei ja schon „naturnah“ mit jungen Fichten bewachsen und es wurden lediglich die „Überhälter“ gemäß dem Forstwirtschaftsplan 2013 „entfernt“ und der „Endnutzung“ zugeführt. Die kahlen Flächen werden in den nächsten 2 Jahren aufgeforstet. Die Gesetzgebung, die Kahlschläge eigentlich verbietet (vgl. Rechtslage bei Kahlschlägen), läßt zahllose Ausnahmegenehmigungen zu und bietet jede Menge Schlupflöcher. Bei vielen Förstern sind Kahlschläge längst wieder salonfähig geworden. Auch die Kronenabfälle wurden entfernt. Totholz gibt es auf dem Hügel nicht.

Wie die „Überhälter“ einmal von oben ausgesehen haben, zeigt dieses Google-Satellitenbild:

Kahlschlag_Google

 

Windwurf

Wie eine typische „Aufforstung“ des städtischen Forstamts Monschau aussieht, kann man 500 m weiter südlich auf der gegenüberliegenden Seite des Perlenbachs bestaunen. Dort hat Kyrill im Januar 2007 mit einem Fichtenwald kurzen Prozess gemacht.

Das folgende Panorama-Foto zeigt Ihnen die ca. 3 ha große Windwurffläche westlich des Perlenbachs. Es ist 3,5 MB groß. Klicken Sie auf das Foto, vergrößern Sie es mit der Lupe, wählen Sie die Vollbildansicht (Ansicht – Vollbild, Taste F 11) und scrollen Sie mit den Bildlaufleisten durch das Bild:

Windwurf_Perlenbach_2

7 Jahre nach Kyrill entkommt dort in einer steppenähnlichen Landschaft nur eine einzige Baumart dem Äsungsdruck des Schalenwilds: die Fichte. Eine natürliche Verjüngung mit Laub- und Edellaubbäumen ist am Perlenbach nicht möglich. Die künstliche Wiederaufforstung aber ist sündhaft teuer: Pflanzt man beispielsweise auf einem Hektar 10.000 junge Buchensetzlinge an, so kostet dies inklusive der Pflege in den ersten Jahren 20.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Wildschutzzaun von 10 €/m, d. h. 4.000 € pro ha (Johannes Kaiser, Der deutsche Wald. Ein Zustandsbericht, Deutschlandradio Kultur, Manuskript der Sendung vom 11. Juli 2013, S. 13).

Elefanten im Zimmer

Im Zimmer des LIFE-Projekts sitzen gleich zwei dicke fette Elefanten, die niemand sehen will und über die niemand spricht: die Jagdlobby und die Forstwirtschaft. Im Abschlussbericht des Projekts tauchen überhöhte Wildbestände nicht auf. Und auch die Forstwirtschaft, die den Umbau von Fichten- in Mischwälder seit Jahrzehnten verspricht, aber nicht hinbekommt, wird mit keinem Wort erwähnt. Die Renaturierung von Auenwäldern kann so nicht gelingen und selbst wenn sie in ferner Zukunft gelänge, machen 100 m breite Streifen von Auenwäldern inmitten von Fichtenwäldern keinen naturschutzfachlichen Sinn.

 

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