Der Eckerlochstieg – Wandern im Borkenkäferland

Das erste Drittel des Eckerlochstiegs

Hinweis: Die Fotos auf dieser und den folgenden Seiten Seite wurden mit einer 15 Jahre alten Sony Cybershot DSC-H10 aufgenommen, die ich bei Ebay für 40 € ersteigert habe.

© OpenTopoMap (CC-BY-SA)

Ich beschreibe den Eckerlochstieg in drei Teilen. Das erste Drittel führt von der Überquerung des Schwarzen Schluchtwassers beim Wasserwerk am Ortsausgang von Schierke bis zur Überquerung des Edelmannshäuwegs und der ersten Überquerung der Brockenstraße. Dieses Teilstück ist rd. 0,8 km lang1gemessen mithilfe des Distance calculator und steigt von 670 auf 760 Hm. So richtig steil ist das noch nicht, anstrengend sind eher die vielen Steine.



Auffallend sind die vielen abgesägten Bäume auf beiden Seiten des Wegs. Hier wurde von der Nationalparkverwaltung Verkehrssicherung2Auf meiner Webseite finden Sie unzählige Artikel über Verkehrssicherung. Siehe z. B. Das Problem der Verkehrssicherung betrieben. Das muss sie auch. Dazu ist sie gesetzlich verpflichtet. Die toten Fichten gelten als Megagefahrenbäume; sie könnten abbrechen, auf den Weg stürzen und Wanderer erschlagen. Im Grunde genommen ist die Situation grotesk und viele Insider geben das auch hinter vorgehaltener Hand zu: Auf der einen Seite möchte man den Gästen des Nationalparks Wildnis und Urwald und Natur zeigen, auf der anderen Seite muss sie die Gäste genau davor schützen. Denn Wildnis kann lebensgefährlich sein.3Zu welchen grotesken und absurden Diskussionen die Verkehrssicherungspflicht führen kann, konnte man 2020 beim Streit um den Wolfsschluchtweg in Porta Westfalica sehen. Ich allerdings habe viel mehr Angst, über einen der großen Steine zu stolpern, zu stürzen oder umzuknicken. Aber Staatsanwälte und Richter bewerten die Gefahrenlage offenbar anders.

Wo ich die unzähligen Baumstümpfe entlang des Weges sehe, dämmert es mir, warum der Schneelochweg gesperrt ist. Vielleicht geht es überhaupt nicht um den Schutz der Natur; die ist sicherlich am Eckerloch genauso schützenswert wie am Schneeloch. Vielleicht wollte die Verwaltung sich einfach den Aufwand ersparen, einen weiteren Weg verkehrssicher zu machen.

Noch etwas fällt gleich zu Beginn des Wegs auf: die vielen Vogelbeeren direkt am Wegesrand. Sie sind nicht verbissen und das überrascht mich. Denn die Hirsche im Park sind bequeme Tiere: sie scheuen den Verhau der kreuz und quer liegenden Baumstämme und nehmen den Weg des geringsten Widerstands. Und das wäre der Wanderweg. Folglich sollten gerade die jungen Vogelbeeren am Wegesrand unter dem Verbiss der Hirsche leiden. Aber das scheint nicht der Fall zu sein.

Vielleicht fressen die Hirsche aber auch viele junge Vogelbeerbäume. Vielleicht würden hier noch viel mehr von ihnen wachsen, wenn es weniger Hirsche gäbe. Sicherheit darüber könnte man nur bekommen, wenn man Weisergatter errichten würde. Hinter dem Zaun wären die Vogelbeeren vor Verbiss geschützt und dann könnte man ja sehen, wie viele hier eigentlich wachsen würden. Aber ich habe entlang des Weges leider kein einziges Gatter gesehen.

Brockenstraße am Ende des ersten Drittels des Eckerlochstiegs

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