Aufregung im Steigerwald

Vor einer Woche macht mich ein Leser auf Videos bei YouTube aufmerksam.

Die nicht enden wollenden Holzpolter machen Eindruck auf mich und ich frage bei Forstbetriebsleiter Mergner in Ebrach nach. Dieser erklärt mir, was er gemacht hat.

Das  Video fragt: „Wollen wir diese Form der Forstwirtschaft?“ Lesen Sie hier meine Antwort: Aufregung um Holzernte bei Hummelmarter.

Hinweis: In Kürze erscheint eine Fortsetzung des Artikels mit noch mehr Hintergrundinformationen.

5 Gedanken zu „Aufregung im Steigerwald

  1. Ich hoffe, dass sie sich diese Geschichte noch vor Ort anschauen. Um sich ein Urteil zu bilden, kann man sich doch weder auf das Ausgangsvideo verlassen, noch sollte man die Aussage des Betriebsleiters so einfach übernehmen. Und die Aussage, wer gegen einzelne Aktionen ist, die Waldbewirtschaftung als Ganzes ablehnt, ist hanebüchen. Gerade im Umgang mit den geschädigten Buchenbeständen ist es meiner Meinung nach wichtig, diese jetzt dicht zu halten und nicht durch größere Auflichtungen noch empfindlicher zu machen!

  2. Eine Entnahme von 40 fm/ ha ist sehr moderat und hält so das Kronendach geschlossen.
    Wenn alle Forstbetriebe so naturnah wirtschaften würden wie Ebrach (Trittsteinkonzept), würde man mehr für den Natur- und Klimaschutz erreichen als mit noch einem weiteren Nationalpark.
    In Ebrach wird jeder forstliche Eingriff kritisiert, da verschiedene Gruppierungen einen Nationalpark fördern. Das ist legitim und der Steigerwald ist sicher nationalparkwürdig. Doch es ist genauso legitim, ein innovatives Bewirtschaftungskonzept mit wissenschaftlicher Begleitung umzusetzen.

    • 40 fm/ha sind sicher moderat. Interessant wäre allerdings ob diese Hiebsmenge homogen auf 100 ha angefallen sind, oder ob die tatsächliche Hiebsfläche eigentlich viel kleiner war und der Einschlag pro ha deshalb größer. Wie oben gesagt, denke ich, dass es schwer ist sich ein Urteil über so eine offenbar ziemlich große Hiebsmaßnahme zu bilden, wenn man die Flächen nicht gesehen hat.
      Ich finde auch, dass sich das Ebracher Nutzungskonzept mit den integrierten Naturschutzelementen interessant anhört. Wenn ich auf meiner Waldbegeisterungs-Tour dorthin komme, bin ich schon gespannt, zu was für einem Urteil ich für mich komme; Nationalpark oder Nutzung mit starker Naturschutzberücksichtigung.

  3. Diese Art der Holzproduktion führt zwangsläufig zu einem Forst, wie ihn die Bilder zeigen. Mit Wald als Lebensraum, der sich selbst erhält und erneuert, hat das herzlich wenig zu tun. Immerhin verzichtet die Bewirtschaftung auf Flächenhiebe und sichtbare Anpflanzungen.

    Mich würde interessieren: Was passiert mit dem geschlagenen Holz? Ich gehe davon aus, dass der Holzerlös den Aufwand für die Bewirtschaftung des Forstes nicht zu decken vermag: Gibt es finanzielle Beiträge der öffentlichen Hand, die den Forstbetrieb subventionieren?

    • Also nach meiner Kenntnis ist der Forstbetrieb auf weit überwiegender Fläche ein Naturverjüngungsbetrieb, d. h., er erneuert sich selbst. Dass in Zeiten des Klimawandels man weitere Baumarten pflanzt, ist richtig, da so das Risiko gestreut wird. Reine Buchenbestände leiden teils massiv unter der Hitze, in Frankreich sterben Buchen teils großflächig ab.
      Der Forstbetrieb gehört zu den Bayerischen Staatsforsten, eine Anstalt des öffentlichen Rechts. So sind staatliche Unterstützungen i. d. R. tabu. Ob allerdings diese Rechtsform für einen öffentlichen Wald zielführend ist, darf bezweifelt werden.

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