Dystopie – Die Kontrolle der Vergangenheit im Nationalpark Bayerischer Wald

In 1984 lautet die Maxime der herrschenden Partei:

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“

Die beste Ehefrau von allen hat mich gewarnt, diese Behauptung zu veröffentlichen – „Die werden Dich für verrückt halten!“ – aber ich behaupte es hier trotzdem: Die Nationalparkverwaltung versucht, die Vergangenheit zu kontrollieren. Sie manipuliert. Sie löscht aus.

Es waren viele Kleinigkeiten, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Da waren diese komischen Informationsschilder. Da waren diese Besucher des Falkenstein-Schutzhauses, die auf mich so wirkten, als habe man deren Erinnerungen ausgelöscht. Das Fass zum Überlaufen brachte dann mein Besuch am Hirschgespreng. Ich war zunächst völlig fassungslos: Die Straße war weg!

Zu allem Unglück stand auch noch ein Dienstwagen der Nationalparkverwaltung direkt vor der verschwundenen Straße und ich rechnete jeden Moment damit, dass gleich ein freundlicher Mitarbeiter aus dem Auto steigen und mich höflich, aber bestimmt bitten würde, doch auf dem ausgeschilderten Wanderweg zur Hirschbachschwelle weiterzugehen:

„Gehen Sie weiter! Es gibt hier nichts zu sehen. Bleiben Sie ruhig! Schreien Sie mich nicht an! Was haben Sie denn? Nein, hier war keine Forststraße! Wo wollten Sie denn überhaupt da hin? Da ist doch nichts!“

Aber das Auto war leer. Niemand stieg aus. Niemand hat mich gehindert. Aus meiner Bestürzung ist ein sehr langer Artikel geworden mit sehr vielen Fotos. Es wird um Besucherlenkung im Nationalpark, um Rückbau von Forststraßen und um die Geschichte des Nationalparks gehen, die die Nationalparkverwaltung meiner Meinung nach kontrollieren will. Der Artikel wird schrittweise veröffentlicht und er wird nicht hinter einer Bezahlschranke sein. Wenn die Nationalparkverwaltung das Hirschgespreng verstecken will, dann kann ich ihr dabei nicht auch noch behilflich sein.

Lesen Sie hier den ersten Teil meines Artikels: Besucherlenkung am Hirschgespreng – Wie man eine baumlose Grassteppe versteckt